Schreib für Hanau! Deine Worte für Zusam­men­halt in Vielfalt

Lesung von Schü­le­rin­nen und Schü­lern aus ganz Deutsch­land in der Staats­bi­blio­thek setzt Zei­chen gegen Ras­sis­mus und Ausgrenzung

Ber­lin, den 11.02.2026. Ges­tern Abend fand im voll besetz­ten Wil­helm-von-Hum­boldt-Saal der Staats­bi­blio­thek Unter den Lin­den in Ber­lin die Lesung der von einer Jury aus­ge­wähl­ten Texte des Schul­wett­be­werbs zum Krea­ti­ven Schrei­ben „Schreib für Hanau! Deine Worte für Zusam­men­halt in Viel­falt“ statt.

Staats­mi­nis­ter für Kul­tur und Medien Wolf­ram Wei­mer: „Die beein­dru­cken­den Texte der Schü­le­rin­nen und Schü­ler las­sen uns nicht aus der Ver­ant­wor­tung. Sie rich­ten einen Appell an uns alle: Wir dür­fen die Opfer von Hanau nicht ver­ges­sen, und wir müs­sen stär­ker gegen Dis­kri­mi­nie­rung in unse­rer Gesell­schaft vor­ge­hen – im Inter­esse der Betrof­fe­nen, aber auch im Inter­esse von uns allen. Denn Ras­sis­mus und Aus­gren­zung grei­fen die Grund­fes­ten unse­rer offe­nen Demo­kra­tie an und ver­gif­ten unser gesell­schaft­li­ches Klima.“

Olaf Zim­mer­mann, Spre­cher der Initia­tive kul­tu­relle Inte­gra­tion und Geschäfts­füh­rer des Deut­schen Kul­tur­ra­tes: „Wie ein­fühl­sam und aus­drucks­stark sich Schü­le­rin­nen und Schü­ler unter­schied­lichs­ter Alters­grup­pen künst­le­risch mit so schwie­ri­gen The­men wie Ras­sis­mus und Aus­gren­zung aus­ein­an­der­zu­set­zen ver­mö­gen, das zei­gen uns die Schul­wett­be­werbe in Geden­ken an das Atten­tat in Hanau jedes Jahr aufs Neue. Ver­ges­sen wir aber nicht, dass es die Lehr­kräfte an den Schu­len sind, die hier ent­schei­dende Impulse set­zen und den Raum dafür schaf­fen. Ihnen und ihren Schü­le­rin­nen und Schü­lern gilt mein Dank und Respekt!“

Prof. Dr. Achim Bonte, Gene­ral­di­rek­tor der Staats­bi­blio­thek zu Ber­lin – Preu­ßi­scher Kul­tur­be­sitz: „Viel­falt und Zusam­men­halt sind wesent­li­che Bau­steine einer leben­di­gen Demo­kra­tie. Es war eine vor­treff­li­che Idee, daran und an den Anschlag in Hanau mit einem Schreib­wett­be­werb zu erin­nern. Ich bin begeis­tert von der Krea­ti­vi­tät der Jugend­li­chen und danke allen, die zu den ein­drucks­vol­len Ergeb­nis­sen bei­getra­gen haben.  Die Texte stim­men mich zuver­sicht­lich, dass unsere freie Gesell­schaft eine gute Zukunft haben wird.“

Yas­min Fahimi, Vor­sit­zende des Deut­schen Gewerk­schafts­bunds: „Es ist unsere Ver­ant­wor­tung, die Erin­ne­rung an die Opfer wach­zu­hal­ten und uns gegen jede Form von Ras­sis­mus und Aus­gren­zung zu stel­len. Der Schul­wett­be­werb ist ein gutes Bei­spiel: Zusam­men­halt in Viel­falt ist kein Selbst­läu­fer, son­dern braucht unser akti­ves Enga­ge­ment – in Schu­len, in Betrie­ben, in der gan­zen Gesell­schaft. Als Gewerk­schaf­ten ste­hen wir an der Seite all jener, die für eine demo­kra­ti­sche, offene und soli­da­ri­sche Gesell­schaft ein­tre­ten. Denn Men­schen­würde und Gleich­be­rech­ti­gung sind keine Ver­hand­lungs­sa­che, son­dern das Fun­da­ment unse­res Zusam­men­le­bens. Gerade in Zei­ten, in denen Hetze und Spal­tung zuneh­men, müs­sen wir Hal­tung zei­gen: Ras­sis­mus hat in unse­rer Gesell­schaft kei­nen Platz.“

Vol­ker Geyer, Vor­sit­zen­der des deut­schen beam­ten­bunds und tarif­union: „Kla­res Zei­chen gegen Ras­sis­mus und für Viel­falt! Wir sind alle auf­ge­ru­fen, uns gemein­sam jeg­li­cher Form von Ras­sis­mus und Dis­kri­mi­nie­rung ent­ge­gen­zu­stel­len. Dies ist nicht nur unser gewerk­schafts­po­li­ti­scher, son­dern auch bil­dungs­po­li­ti­scher Auf­trag. Es ist sehr bewe­gend, dass die­ser Wett­be­werb auf so große Reso­nanz gesto­ßen ist und ich danke allen Schü­le­rin­nen und Schü­lern für ihre Ideen und allen Lehr­kräf­ten für ihr Enga­ge­ment für Vielfalt!“

Die Abend­ver­an­stal­tung war dem Geden­ken an die neun Todes­op­fer des ras­sis­tisch moti­vier­ten Anschlags in Hanau am 19. Februar 2020 gewid­met: Gök­han Gül­te­kinSedat Gür­büzSaid Nesar Hash­emiMer­ce­des Kier­paczHamza Kur­to­vićVili Vio­rel PăunFatih Sara­çoğluFer­hat Unvar und Kaloyan Vel­kov. Sechs wei­tere Men­schen wur­den bei dem Atten­tat ver­letzt, Ibra­him Akkuş ver­starb Anfang die­ses Jah­res an sei­nen Verletzungen.

Um die Opfer des Anschlags nicht zu ver­ges­sen und ein deut­li­ches Zei­chen gegen jeg­li­che Form von Ras­sis­mus und Dis­kri­mi­nie­rung zu set­zen, wurde vom Beauf­trag­ten der Bun­des­re­gie­rung für Kul­tur und Medien und der Initia­tive kul­tu­relle Inte­gra­tion der bun­des­weite Akti­ons­tag Hanau ins Leben geru­fen. Den Auf­takt bil­dete im Februar 2023 ein Schul­thea­ter­pro­jekt am Deut­schen Thea­ter Ber­lin unter dem Titel „HANAU – Schul­thea­ter für Zusam­men­halt in Viel­falt“, gefolgt von der Kunst­aus­stel­lung „Junge Kunst für Hanau“ im Kul­tur­fo­rum der Staat­li­chen Museen zu Ber­lin – Stif­tung Preu­ßi­scher Kul­tur­be­sitz. Im ver­gan­ge­nen Jahr fand unter dem Titel „Ohren auf für Hanau!“ ein Begeg­nungs­kon­zert in der Hoch­schule für Musik Hanns Eis­ler Ber­lin statt. Ins­ge­samt haben sich bis­lang über Tau­send Schü­le­rin­nen und Schü­ler aus allen Bun­des­län­dern an den vier Schul­wett­be­wer­ben beteiligt.

Für den dies­jäh­ri­gen Akti­ons­tag hatte die Initia­tive kul­tu­relle Inte­gra­tion in Koope­ra­tion mit ihren Mit­glieds­ver­bän­den, dem dbb beam­ten­bund und tarif­union sowie dem Deut­schen Gewerk­schafts­bund ver­tre­ten durch die Gewerk­schaft Erzie­hung und Wis­sen­schaft im Juni 2025 den Schul­wett­be­werb „Schreib für Hanau! Deine Worte für Zusam­men­halt in Viel­falt“ aus­ge­schrie­ben.

Alle Schü­le­rin­nen und Schü­ler jeg­li­cher Schul­for­men waren bun­des­weit auf­ge­ru­fen, sich mit den The­men Ras­sis­mus, Anti­se­mi­tis­mus, Rechts­extre­mis­mus oder ande­ren For­men von Aus­gren­zung aus­ein­an­der­zu­set­zen und sich mit ihren eige­nen Wor­ten für eine demo­kra­ti­sche, offene und viel­fäl­tige Gesell­schaft einzusetzen.

Die Jury des Wett­be­werbs wählte unter hun­dert Ein­rei­chun­gen aus zehn Bun­des­län­dern zehn Texte und eine Grup­pen­ar­beit für die Prä­sen­ta­tion in der Staats­bi­blio­thek aus. Über hun­dert Schü­le­rin­nen und Schü­ler aus sie­ben Bun­des­län­dern kamen zusam­men, um ihre Texte zu prä­sen­tie­ren oder ihre Mit­schü­le­rin­nen und Mit­schü­ler dabei zu unterstützen.

Das gemein­same Mit­ein­an­der der Schü­le­rin­nen und Schü­ler am Vor­abend galt der Ver­net­zung unter­ein­an­der und dem Ken­nen­ler­nen von Initia­ti­ven des Enga­ge­ments an Schu­len. Am Vor­mit­tag des zwei­ten Tages nah­men sie an Anti­dis­kri­mi­nie­rungs-Work­shops der Bil­dungs­in­itia­tive Fer­hat Unvar teil. Die Bil­dungs­in­itia­tive wurde von Ser­pil Temiz Unvar gegrün­det und ist ihrem Sohn Fer­hat Unvar gewid­met, der bei dem Anschlag in Hanau sein Leben ver­lor. Sie war eben­falls bei der Lesung der aus­ge­wähl­ten Texte in der Staats­bi­blio­thek zugegen.

Infor­ma­tio­nen zum Wettbewerb:

  • Die Bro­schüre mit den aus­ge­wähl­ten Tex­ten fin­den Sie hier.
  • Nähere Infor­ma­tio­nen zum Schul­wett­be­werb zum Krea­ti­ven Schrei­ben und zur Jury fin­den Sie hier.
  • Die Initia­tive kul­tu­relle Inte­gra­tion ist ein brei­tes Bünd­nis von 28 Insti­tu­tio­nen aus Zivil­ge­sell­schaft, Kir­chen und Reli­gi­ons­ge­mein­schaf­ten, Sozi­al­part­nern, Medien, Bund, Län­dern und kom­mu­na­len Spit­zen­ver­bän­den. Nähere Infor­ma­tio­nen fin­den Sie hier.
Geför­dert aus Mit­teln Des Beauf­trag­ten der Bun­des­re­gie­rung für Kul­tur und Medien.
Von |2026-02-11T10:21:32+01:00Februar 11th, 2026|Meldung|Kommentare deaktiviert für

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