Das Projekt „Demokratiestarke Polizei – Strukturelle Verankerung von Demokratiearbeit in der Polizei“ unterstützt Länderpolizeien dabei, ihr demokratisches Selbstverständnis auf personaler und organisatorischer Ebene zu stärken. Dadurch wird auch die Bewältigungs- und Widerstandsfähigkeit gegen antidemokratische Einstellungen und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit erhöht. Derzeit beteiligen sich die Polizeien von Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Thüringen am Projekt. Weitere Kooperationen sind in Vorbereitung.
Strukturelle Verankerung bedeutet, dass Länderpolizeien die Stärkung des demokratischen Selbstverständnisses in interne Prozesse aufnehmen und darauf aufbauend die Entscheidung treffen, modulare Qualifizierungen von Demokratiepatinnen und -paten in der eigenen Organisation durchzuführen. Im Rahmen der Fortbildungen setzen sich die Teilnehmenden mit ihrer eigenen künftigen Rolle sowie mit der Demokratie als Herrschafts-, Gesellschafts- und Lebensform auseinander und lernen demokratiegefährdende Phänomene und den Umgang damit kennen. Außerdem trainieren sie die Anwendung konstruktiver Kommunikationsstrategien und eignen sich Werkzeuge aus dem Bereich des Projektmanagements an. Die Inhalte bereiten sie darauf vor, im Anschluss an die Qualifizierung vor Ort in der eigenen Dienststelle aktiv zu werden.
Das Projekt setzt ausdrücklich darauf, die Zusammenarbeit mit denjenigen innerhalb der Polizei zu suchen, die eine Weiterentwicklung der Institution vorantreiben wollen. Dazu gehört auch die Auseinandersetzung mit Diversität, Diskriminierung und Rassismus. Entscheidendes Merkmal der Demokratiepatinnen und -paten ist, dass sich hier engagierte Polizeiangehörige freiwillig an der Stärkung des demokratischen Selbstverständnisses und der Widerstandsfähigkeit ihrer Kolleginnen und Kollegen beteiligen können.
Zu den Aktivitäten der Demokratiepatinnen und -paten zählen unter anderem das Anregen einer themenbezogenen Kommunikation innerhalb ihrer Dienstbereiche, die Unterstützung und Beratung, gegebenenfalls Weitervermittlung bei Problemfällen, das Organisieren und die Vermittlung von Informations- und Bildungsveranstaltungen sowie gemeinsame Projekte mit zivilgesellschaftlichen Akteurinnen und Akteuren, die sich ebenfalls um die Stärkung der Demokratie bemühen. So sind Demokratiepatinnen und -paten auch Dreh- und Angelpunkte für Fort- und Weiterbildungen in ihren Dienststellen. Sie führen – in Zusammenarbeit mit anderen Organisationseinheiten der Polizei bzw. mit zivilgesellschaftlichen Bildungsträgern – ihrerseits Bildungsangebote durch oder vermitteln diese.
Die Besonderheit des Projekts „Demokratiestarke Polizei“ ist, dass Polizei und Zivilgesellschaft eng und kooperativ zusammenarbeiten. Es geht um die Reflexion der eigenen Arbeit, jeweiliges Fachwissen und aktive Perspektiverweiterung. Träger des Projekts sind der zivilgesellschaftliche Verein Gegen Vergessen – Für Demokratie e.V. und die Polizeiakademie Niedersachsen. Seit 2023 fördert die Stiftung Mercator das Vorhaben.
Weitere Informationen zum Projekt finden Sie hier.
