Gren­zen im Kopf

Lena Sophie Eber­hardt, Anna Gott­schaldt, Lea Klein­wäch­ter, Mia Sal­emi, Romy Weiss

Das Kunst­pro­jekt ist in Aus­ein­an­der­set­zung mit dem jüdi­schen Künst­ler Wil­liam Ken­tridge (Zen­tral­ab­itur-Thema) ent­stan­den. Aus­gangs­punkt war die Aus­ein­an­der­set­zung mit dem Wand­tep­pich „Por­ter with Divi­ders“ von 2005. Die Schüler:innen wur­den nach genaue­rer Betrach­tung gebe­ten, Aus­sa­gen über Gren­zen aus der Sicht des Künst­lers zu for­mu­lie­ren. Mit­tels Pro­jek­tio­nen haben die Schüler:innen die Sil­hou­et­ten ihrer Köpfe auf Kar­ton über­tra­gen, aus­ge­schnit­ten und so inein­an­der gesteckt, dass eine mehr­an­sich­tige Col­lage ent­stand. In die­ser soll­ten sie über ihre indi­vi­du­el­len Erfah­run­gen mit Gren­zen reflektieren.

Es sind ins­ge­samt 39 Arbei­ten entstanden.

Lena Sophie Eberhardt

Ras­sis­mus, sowie Dis­kri­mi­nie­rung jeder Art sind Über­zeu­gun­gen, die nichts als Scha­den ver­ur­sa­chen, Leid zufü­gen und einen jeden der damit invol­viert ist zu einem Unglück­li­che­ren machen.

Warum also, warum exis­tiert Dis­kri­mi­nie­rung? Warum zieht der Mensch seine gesell­schaft­li­chen Gren­zen und sor­tiert alles in Kate­go­rien von gut und schlecht ohne nach­zu­den­ken und mit sub­jek­ti­ven Emp­fin­dun­gen als Grundlage?

Was uns fremd, anders als die eigene Erschei­nung ist, beäu­gen wir kri­tisch, das ist mensch­lich, das ist in vie­ler­lei Hin­sicht sinn­voll um bei­spiels­weise in wil­der Natur zu überleben.

Doch sol­ches Emp­fin­den darf nicht Über­hand über Ver­nunft nehmen.

Wer erkennt, dass er ras­sis­ti­sches, sexis­ti­sches, anti­se­mi­ti­sches oder in irgend­ei­ner Weise dis­kri­mi­nie­ren­des Gedan­ken­gut in sich trägt, sollte sich fra­gen: Warum?

Auf wel­cher Basis beru­hen diese Gedan­ken? Bin ich wirk­lich im Recht mit die­sen Emp­fin­dun­gen, oder sind sie reine Doppelmoral?

Egal wel­ches Thema, Ver­nunft und Ratio­na­li­tät soll­ten bei gesell­schaft­li­chem Dis­kurs immer über­hand behal­ten. Ver­setz dich in die Mei­nun­gen ande­rer, ver­su­che wirk­lich zu ver­ste­hen wieso sie ihre Über­zeu­gun­gen haben, sammle Argu­mente aller Sei­ten und evaluiere!

Denn nur so kann man sich von den Gren­zen frei­ma­chen, die der Mensch so gerne zieht.

Gren­zen der Eth­nik, des Geschlechts, der Reli­gion, der Natio­na­li­tät, der Sexua­li­tät, alles kate­go­ri­siert und bewer­tet man, doch am Ende sind wir doch alle indi­vi­du­ell und gerade dadurch wie­der gleich, nicht kate­go­ri­sier­bar, gemein vor allem darin, dass wir mensch­lich sind.

Anna Gott­schaldt

Die Zeit, die wir zu oft vergessen

Die Zeit, die selbstverständlich scheint

Die Zeit, in der wir Ras­sis­mus dul­den

Die Zeit, wo wir Faschis­mus ignorieren

Die Zeit, wo wir nicht handeln

Die Zeit, die uns alle ein­ho­len wird

Die Zeit, unaufhörlich ist

Die Zeit, auf den sozia­len Medien

Die Zeit, wo wir natur­blind sind

Die Zeit, die schon ver­gan­gen ist

Die Zeit, wo die Poli­zei nicht han­delte Die Zeit, wo Men­schen starben

Die Zeit, wo Ras­sis­mus siegte

ist nun die Zeit, die wir nut­zen müssen

Lea Klein­wäch­ter

Ein Leben vol­ler Angst

Von Gene­ra­tio­nen geerbt, fest ver­an­kert sein,

durch­dringt Sexis­mus das Leben ,

immer noch nicht ganz rein.

Worte die einst gedacht um zu ver­let­zen,

tren­nen und spal­ten, statt zu vernetzen.

Frauen zu Objek­ten degradiert,

ihrer Macht beraubt,

ihre Stimme erstickt, ihre Träume geraubt.

Ver­steckt in schein­hei­li­gen Worten,

die trügerisch jagen,
doch unsicht­bare Wun­den schla­gen im stil­len Pfad

Durch die Stra­ßen hallt ein raues Rufen,

unge­be­ten, grob, die Worte fluchen.

Ein Lächeln erzwun­gen, die Augen gesenkt,

die Unbe­hag­lich­keit tief im Herz versenkt.

Romy Weiss

Gesell­schaft­li­che Grenzen

Der Spie­gel der Gesell­schaft zerbricht,
Ihr Ver­hal­ten reflek­tie­ren sie nicht.
Gedan­ken so kom­plex wie ein Netz
doch unter­drückt wird ihr Geschwätz
Sie wol­len reden und debat­tie­ren und Teil sein
Sie wol­len doch ein­fach nur frei sein.

Das Urtei­len über andere wurde normalisiert
Doch wes­halb wird es akzeptiert?
Es ver­ur­sacht Chaos und Unmut und Leid
Doch viel­leicht ist es nicht nur Bos­haf­tig­keit son­dern Neid.
In die­sem Spiel aus Schein und Sein,
ver­sinkt die Wahr­heit, sie wird ganz klein
Für viele liegt in der Kri­tik die Kraft,
die einen befreit von sei­ner Last.

Auf Stra­ßen hallt das häss­li­che Wort
Oft ist es eine Tat im Akkord
Man kann es nicht stop­pen und fühlt sich so klein
Was ist daran so schwer, ein nein heißt nein.

So unter­schied­lich ist das Bild der Frau
Die Grenze so deut­lich und nicht grau
Die Ober­schicht im Glanz der Eleganz
Die Unter­schicht kämpft, doch sie erfah­ren Ignoranz.

Lena Sophie Eber­hardt, Anna Gott­schaldt, Lea Klein­wäch­ter, Mia Sal­emi, Romy Weiss
Gren­zen im Kopf

2023
Plas­tik aus Karton
25 x 28 x 28 cm
Eras­mus-Gym­na­sium Grevenbroich
Klas­sen­stufe 11

Von |2024-03-05T10:46:50+01:00Februar 13th, 2024|Allgemein|Kommentare deaktiviert für

Gren­zen im Kopf

Lena Sophie Eber­hardt, Anna Gott­schaldt, Lea Klein­wäch­ter, Mia Sal­emi, Romy Weiss