Redakteur1 13. Februar 2024 Logo_Initiative_print.png

Gren­zen im Kopf

Lena Sophie Eber­hardt, Anna Gott­schaldt, Lea Klein­wäch­ter, Mia Sal­emi, Romy Weiss

Das Kunstprojekt ist in Auseinandersetzung mit dem jüdischen Künstler William Kentridge (Zentralabitur-Thema) entstanden. Ausgangspunkt war die Auseinandersetzung mit dem Wandteppich „Porter with Dividers“ von 2005. Die Schüler:innen wurden nach genauerer Betrachtung gebeten, Aussagen über Grenzen aus der Sicht des Künstlers zu formulieren. Mittels Projektionen haben die Schüler:innen die Silhouetten ihrer Köpfe auf Karton übertragen, ausgeschnitten und so ineinander gesteckt, dass eine mehransichtige Collage entstand. In dieser sollten sie über ihre individuellen Erfahrungen mit Grenzen reflektieren.

Es sind insgesamt 39 Arbeiten entstanden.

Lena Sophie Eberhardt

Rassismus, sowie Diskriminierung jeder Art sind Überzeugungen, die nichts als Schaden verursachen, Leid zufügen und einen jeden der damit involviert ist zu einem Unglücklicheren machen.

Warum also, warum existiert Diskriminierung? Warum zieht der Mensch seine gesellschaftlichen Grenzen und sortiert alles in Kategorien von gut und schlecht ohne nachzudenken und mit subjektiven Empfindungen als Grundlage?

Was uns fremd, anders als die eigene Erscheinung ist, beäugen wir kritisch, das ist menschlich, das ist in vielerlei Hinsicht sinnvoll um beispielsweise in wilder Natur zu überleben.

Doch solches Empfinden darf nicht Überhand über Vernunft nehmen.

Wer erkennt, dass er rassistisches, sexistisches, antisemitisches oder in irgendeiner Weise diskriminierendes Gedankengut in sich trägt, sollte sich fragen: Warum?

Auf welcher Basis beruhen diese Gedanken? Bin ich wirklich im Recht mit diesen Empfindungen, oder sind sie reine Doppelmoral?

Egal welches Thema, Vernunft und Rationalität sollten bei gesellschaftlichem Diskurs immer überhand behalten. Versetz dich in die Meinungen anderer, versuche wirklich zu verstehen wieso sie ihre Überzeugungen haben, sammle Argumente aller Seiten und evaluiere!

Denn nur so kann man sich von den Grenzen freimachen, die der Mensch so gerne zieht.

Grenzen der Ethnik, des Geschlechts, der Religion, der Nationalität, der Sexualität, alles kategorisiert und bewertet man, doch am Ende sind wir doch alle individuell und gerade dadurch wieder gleich, nicht kategorisierbar, gemein vor allem darin, dass wir menschlich sind.

Anna Gottschaldt

Die Zeit, die wir zu oft vergessen

Die Zeit, die selbstverständlich scheint

Die Zeit, in der wir Rassismus dulden

Die Zeit, wo wir Faschismus ignorieren

Die Zeit, wo wir nicht handeln

Die Zeit, die uns alle einholen wird

Die Zeit, unaufhörlich ist

Die Zeit, auf den sozialen Medien

Die Zeit, wo wir naturblind sind

Die Zeit, die schon vergangen ist

Die Zeit, wo die Polizei nicht handelte Die Zeit, wo Menschen starben

Die Zeit, wo Rassismus siegte

ist nun die Zeit, die wir nutzen müssen

Lea Kleinwächter

Ein Leben voller Angst

Von Generationen geerbt, fest verankert sein,

durchdringt Sexismus das Leben ,

immer noch nicht ganz rein.

Worte die einst gedacht um zu verletzen,

trennen und spalten, statt zu vernetzen.

Frauen zu Objekten degradiert,

ihrer Macht beraubt,

ihre Stimme erstickt, ihre Träume geraubt.

Versteckt in scheinheiligen Worten,

die trügerisch jagen,
doch unsichtbare Wunden schlagen im stillen Pfad

Durch die Straßen hallt ein raues Rufen,

ungebeten, grob, die Worte fluchen.

Ein Lächeln erzwungen, die Augen gesenkt,

die Unbehaglichkeit tief im Herz versenkt.

Romy Weiss

Gesellschaftliche Grenzen

Der Spiegel der Gesellschaft zerbricht,
Ihr Verhalten reflektieren sie nicht.
Gedanken so komplex wie ein Netz
doch unterdrückt wird ihr Geschwätz
Sie wollen reden und debattieren und Teil sein
Sie wollen doch einfach nur frei sein.

Das Urteilen über andere wurde normalisiert
Doch weshalb wird es akzeptiert?
Es verursacht Chaos und Unmut und Leid
Doch vielleicht ist es nicht nur Boshaftigkeit sondern Neid.
In diesem Spiel aus Schein und Sein,
versinkt die Wahrheit, sie wird ganz klein
Für viele liegt in der Kritik die Kraft,
die einen befreit von seiner Last.

Auf Straßen hallt das hässliche Wort
Oft ist es eine Tat im Akkord
Man kann es nicht stoppen und fühlt sich so klein
Was ist daran so schwer, ein nein heißt nein.

So unterschiedlich ist das Bild der Frau
Die Grenze so deutlich und nicht grau
Die Oberschicht im Glanz der Eleganz
Die Unterschicht kämpft, doch sie erfahren Ignoranz.

Lena Sophie Eberhardt, Anna Gottschaldt, Lea Kleinwächter, Mia Salemi, Romy Weiss
Grenzen im Kopf

2023
Plastik aus Karton
25 x 28 x 28 cm
Erasmus-Gymnasium Grevenbroich
Klassenstufe 11

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