Lokale Medi­en­viel­falt – eine Illusion?

Bei loka­len und regio­na­len Infor­ma­tio­nen droht ein Ver­lust an Vielfalt

Wel­che Medien berich­ten über die Ereig­nisse in mei­ner Stadt? Wel­che Radio­sen­der gibt es in Bochum, wel­che Lokal­zei­tun­gen in Dort­mund? Und wo finde ich Online-Por­tale, die über das lokale Gesche­hen im Umkreis berich­ten? All diese Fra­gen beant­wor­tet seit Juli die inter­ak­tive Über­sicht der Lokal­me­dien in Nord­rhein-West­fa­len (NRW), ver­öf­fent­licht vom Jour­na­lis­mus Lab der Lan­des­an­stalt für Medien NRW, mit nur weni­gen Klicks. Die digi­tale Land­karte macht sämt­li­che lokale Zei­tun­gen und Zeit­schrif­ten, alle pri­va­ten Radio- und TV-Sen­der sowie Online-Por­tale im Bun­des­land sicht­bar. Eine sol­che Karte, bis­her in Deutsch­land ein­ma­lig, kann die „schwar­zen“ Fle­cken auf­zei­gen oder die Regio­nen benen­nen, in denen es sogar meh­rere kon­kur­rie­rende lokale Medien gibt. Sie kann damit Hilfe zum Han­deln geben. Wenn von Medi­en­viel­falt die Rede ist, den­ken die meis­ten zuerst an über­re­gio­nale Zei­tun­gen oder TV-Sen­der, an News-Online-Por­tale oder soziale Netz­werke. Lokale und regio­nale Medien gera­ten dabei oft aus dem Blick.

Es gäbe auch in NRW einige blinde Fle­cken, also Land­kreise oder Regio­nen, die medial unter­ver­sorgt sind, beschreibt Simone Jost-Westendorf, Lei­te­rin des Jour­na­lis­mus Lab, das lokale Medi­en­an­ge­bot. „Das betrifft vor allem länd­li­che Gebiete. Und was auch auf­fällt: Die Zahl der Ein­zei­tungs­kreise nimmt zu. Das bedeu­tet, dass immer weni­ger Men­schen die Aus­wahl zwi­schen ver­schie­de­nen Zei­tun­gen haben. Gleich­zei­tig ent­ste­hen neue digi­tale Ange­bote.“ Bei die­sen Ange­bo­ten han­delt es sich jedoch vor allem um jour­na­lis­ti­sche Blogs. Aber kön­nen diese Blogs rück­läu­fige lokale Ange­bote bei Tages­zei­tun­gen aus­glei­chen? Simone Jost-Westendorf: „Unse­res Wis­sens ver­mö­gen es nur wenige Ange­bote, lang­fris­tig das gesamte Infor­ma­ti­ons­an­ge­bot von Tages­zei­tun­gen abzu­de­cken und damit rück­läu­fige Ange­bote aus­zu­glei­chen. Diese digi­ta­len Ange­bote sind aber sehr wich­tig als zusätz­li­che Stim­men im Loka­len. Teils han­delt es sich um hyper­lo­kale Ange­bote, teils um Blogs, die Nischen­the­men behan­deln. Damit ergän­zen sie die bestehen­den Angebote.“

NRW ist bei der För­de­rung von Lokal­jour­na­lis­mus wei­ter als andere Bun­des­län­der. Mit einem eige­nen Preis wer­den Pro­jekte, die für inno­va­ti­ven und viel­fäl­ti­gen Lokal­jour­na­lis­mus in und aus NRW ste­hen, aus­ge­zeich­net. Doch wie es aus­sieht, reicht das nicht aus, um eine lokale Medi­en­viel­falt zu sichern.

Auch Jugend­li­che haben gro­ßes Inter­esse an loka­len Informationen

Wer sich an sei­nem Wohn­ort hei­misch füh­len möchte, muss wis­sen, was dort vor sich geht. Für knapp zwei Drit­tel der Men­schen gehört es daher zum All­tag, sich regel­mä­ßig über das Gesche­hen vor Ort auf dem Lau­fen­den zu hal­ten. Das mit Abstand wich­tigste Medium hier­für sind die Zei­tun­gen: 61 Pro­zent nut­zen die regio­na­len Tages­zei­tun­gen gedruckt und digi­tal, um sich über die Ereig­nisse daheim oder in der nähe­ren Umge­bung zu infor­mie­ren. Die Zei­tun­gen ran­gie­ren damit sogar vor per­sön­li­chen Gesprä­chen (49%) und ande­ren Inter­net­an­ge­bo­ten (53%), kos­ten­lo­sen Anzei­gen­blät­tern (51%), Radio (37%), Amts- und Gemein­de­blät­tern (31%) sowie Regio­nal­fern­se­hen (30%). Das sind Ergeb­nisse einer aktu­el­len Stu­die, die die Zei­tungs­markt­for­schung Gesell­schaft (ZMG) im Auf­trag des Bun­des­ver­bands Deut­scher Zei­tungs­ver­le­ger (BDZV) durch­ge­führt hat. Für neun von zehn Deut­sche ist „Hei­mat“ eine wich­tige Kate­go­rie. Sie defi­nie­ren sie in ers­ter Linie emo­tio­nal: „Meine Hei­mat ist dort, wo ich mich wohl­fühle“, sagen 91 Pro­zent. „Ein Ort, den ich in mei­nem Her­zen trage“ (82%), „wo die Men­schen sind, die ich liebe“ und „wo ich das Gefühl habe dazu­zu­ge­hö­ren“ (jeweils 81%). Auch von den 14- bis 29-Jäh­ri­gen geben 55 Pro­zent die regio­nale Tages­zei­tung (gedruckt und digi­tal) als Infor­ma­ti­ons­quelle für Loka­les an, 62 Pro­zent der 30- bis 49-Jäh­ri­gen nut­zen sie hier­für ebenso wie 63 Pro­zent der über 50-Jährigen.

Für das sub­jek­tive Emp­fin­den spielt auch die räum­li­che Zuge­hö­rig­keit eine Rolle: 82 Pro­zent ver­bin­den mit Hei­mat die Umge­bung, die ver­traut und bekannt ist bzw. den eige­nen Wohn­ort (76%). Hei­mat steht also für Nähe, Ver­traut­heit, Zuge­hö­rig­keit. Eine (emo­tio­nale) Hei­mat zu haben, gewinnt in Zei­ten der Glo­ba­li­sie­rung offen­bar an Bedeutung.

Klas­si­sche Medien sind für die lokale Mei­nungs­bil­dung am wichtigsten

Nach Ana­ly­sen des aktu­el­len „Medi­en­Viel­falts­Mo­ni­tors“ der Medi­en­an­stal­ten nimmt die gene­relle Bedeu­tung der klas­si­schen Medien für die Mei­nungs­bil­dung wei­ter ab. Die Rele­vanz des Fern­se­hens für die über­re­gio­nale Mei­nungs­bil­dung ist in den letz­ten fünf Jah­ren von 36,9 Pro­zent auf 32,7 Pro­zent gesun­ken. Gewin­ner die­ser Ent­wick­lung ist das Inter­net. Sein Gewicht für die Mei­nungs­bil­dung, das sich aus der Nut­zung und der Wich­tig­keit des Medi­ums für die Mei­nungs­bil­dung der Nut­zer ergibt, stieg im glei­chen Zeit­raum von 17,9 Pro­zent auf 27,7 Pro­zent. Für die unter 50-Jäh­ri­gen ist das Inter­net der Spit­zen­rei­ter für die Mei­nungs­bil­dung: Bei den 14- bis 29-Jäh­ri­gen liegt das ermit­telte Mei­nungs­bil­dungs­ge­wicht des Inter­nets mit 54,5 Pro­zent knapp dop­pelt so hoch wie im Bevöl­ke­rungs­durch­schnitt. Ein ganz ande­res Bild zeigt ein Blick auf die Rele­vanz der Medien, wenn es um lokale oder regio­nale Infor­ma­tio­nen geht: Ein­fluss­reichste Medi­en­gat­tung bleibt hin­sicht­lich des ermit­tel­ten Mei­nungs­bil­dungs­ge­wichts für lokale und regio­nale The­men – trotz ihrer rück­läu­fi­gen Reich­weite – die Tages­zei­tung mit 32,1 Pro­zent, gefolgt von Inter­net (26,4%), Radio (22,1%) und Fern­se­hen (14,4%).

Zei­tun­gen sind für lokale Infor­ma­tio­nen wei­ter­hin das glaub­wür­digste Medium

Diese Ana­lyse ver­wun­dert nicht. Denn über­re­gio­nale Online-News-Platt­for­men ver­fü­gen im Gegen­satz zu Zei­tun­gen oder Radio­sen­der über keine loka­len Redak­tio­nen, die kom­pe­tent vor Ort berich­ten, son­dern leben – wenn sie über­haupt lokale oder regio­nale Infor­ma­tio­nen auf­grei­fen – von sozia­len Netz­wer­ken oder User-gene­ra­ted Con­tent. Teil­weise kopie­ren sie auch nur News von loka­len Medien. Die Glaub­wür­dig­keit und das Ver­trauen sind in eine sol­che zwei­fel­hafte Nach­rich­ten­kom­pe­tenz aus zwei­ter Hand natür­lich gering. Lokale Blogs, die in gro­ßer Zahl nicht nur in NRW inzwi­schen prä­sent sind, haben auf­grund der Schwie­rig­kei­ten bei der Refi­nan­zie­rung und damit zumeist gerin­gen Per­so­nal­aus­stat­tung nur eine geringe Rele­vanz. Auch die durch Lan­des­me­di­en­an­stal­ten finan­zier­ten Bür­ger­ra­dios kön­nen nur sehr begrenzt zur Mei­nungs­viel­falt bei­tra­gen. Wäh­rend Online-Platt­for­men heute bei natio­na­len und inter­na­tio­na­len The­men eine pro­fes­sio­nelle und aktu­elle Bericht­erstat­tung in Kon­kur­renz zu den klas­si­schen Medien bie­ten kön­nen, ist das im loka­len und regio­na­len Bereich nur in Aus­nah­men mög­lich. Die große Mehr­heit regio­na­ler Online-Ange­bote stammt von Regio­nal­zei­tun­gen, Hör­funk­sen­dern oder TV-Anstal­ten. Mehr als ein Drit­tel der Bevöl­ke­rung (38%) hält die Zei­tung bei loka­len und regio­na­len Infor­ma­tio­nen somit für das glaub­wür­digste Medium. Mit deut­li­chem Abstand fol­gen die öffent­lich-recht­li­chen Medien (19%) und das Inter­net (12%). Pri­vat­funk und kos­ten­lose Anzei­gen­blät­ter (3%) rei­chen in puncto Glaub­wür­dig­keit nicht an die Zei­tung heran. Nach Anga­ben des BDZV publi­zie­ren Ver­lags­häu­ser mehr als 600 digi­tale Nach­rich­ten­an­ge­bote und ver­brei­ten täg­lich gut 300 gedruckte Lokal- und Regio­nal­zei­tun­gen. Die Bedeu­tung regio­na­ler und loka­ler Medi­en­häu­ser für die lokale Infor­ma­tion ist des­halb wei­ter­hin sehr groß und kaum durch andere Ange­bote zu kom­pen­sie­ren. „Ein ver­läss­li­ches loka­les Infor­ma­ti­ons­an­ge­bot wie das der regio­na­len Tages­zei­tun­gen ist zum einen für das sub­jek­tive Emp­fin­den von Lebens­qua­li­tät ein wich­ti­ges Ele­ment. Gleich­zei­tig ist es aber auch eine unver­zicht­bare gesell­schaft­li­che Not­wen­dig­keit und Grund­lage für poli­ti­sche Mei­nungs­bil­dung, gesell­schaft­li­chen Zusam­men­halt und Demo­kra­tie“, so bewer­tet Diet­mar Wolff, BDZV-Haupt­ge­schäfts­füh­rer die Bedeu­tung kom­pe­ten­ter und glaub­wür­di­ger loka­ler Nach­rich­ten. „Die schiere Fülle von Nach­rich­ten und Infor­ma­tio­nen, die heute auf Lese­rin­nen und Leser über alle Kanäle rund um die Uhr ein­stürzt“, so Wolff, „kann zu Über­for­de­rung, Miss­trauen, Ableh­nung füh­ren. Bei loka­len und regio­na­len Medien sehe ich da den Vor­zug der schnel­len und häu­fig auch ein­fa­chen Über­prüf­bar­keit. Auch des­halb ist die Zei­tung das glaub­wür­digste Medium bei loka­len und regio­na­len Themen.“

Es droht ein Ver­lust an Viel­falt bei loka­ler und regio­na­ler Information

Doch die Situa­tion bei den regio­na­len und loka­len Zei­tungs­ver­la­gen ist, ebenso wie bei der gesam­ten Print­bran­che, schwie­rig und oft sind diese Ver­lage auch Gesell­schaf­ter bei loka­len Radio­sen­dern. In einer Stu­die des Insti­tuts für Euro­päi­sches Medi­en­recht im Auf­trag der Thü­rin­ger Lan­des­me­di­en­an­stalt und der Thü­rin­ger Staats­kanz­lei vom April 2019 wurde auf diese dra­ma­ti­sche Situa­tion auf­merk­sam gemacht: „Im Lokal­jour­na­lis­mus ist ein wach­sen­der Kon­zen­tra­ti­ons­grad zu erken­nen – ver­bun­den mit Ein­spa­run­gen im Redak­ti­ons­be­reich. Die Kon­kur­renz durch neu­ar­tige Ange­bote im Inter­net in Ver­bin­dung mit For­men indi­vi­dua­li­sier­ter Wer­be­aus­spie­lung belas­tet werb­li­che Refi­nan­zie­rungs­mög­lich­kei­ten für klas­si­sche Presse- und Rund­funk­an­ge­bote auf loka­ler bzw. regio­na­ler Ebene zusätz­lich und birgt Risi­ken im Hin­blick auf neue Ange­bots­for­men für lokale und regio­nale Infor­ma­tio­nen. Dis­rup­tive Pro­zesse, die durch neue Akteure, neue Inhalte und neue Ver­mark­tungs­an­sätze in der kul­tu­rel­len, öko­no­mi­schen, gesell­schaft­li­chen und poli­ti­schen Wert­schöp­fung mit­tels media­ler Bei­träge zur indi­vi­du­el­len und öffent­li­chen Mei­nungs­bil­dung aus­ge­löst wer­den kön­nen, ber­gen nicht nur die Kraft ’schöp­fe­ri­scher Zer­stö­rung‘, son­dern auch das Risiko viel­falts­be­gren­zen­der Ent­wick­lun­gen – nicht zuletzt auf der loka­len und regio­na­len Ebene des demo­kra­ti­schen Pro­zes­ses und gesell­schaft­li­chen Zusammenhalts.

Öko­no­mi­sche Viel­falts­ge­fähr­dun­gen durch erschwerte Refi­nan­zie­rungs­mög­lich­kei­ten gehen mit viel­falts­ge­fähr­den­dem Wan­del im Medi­en­nut­zungs­ver­hal­ten ein­her: Ein Genera­tio­nen­ab­riss in der Nut­zung loka­ler und regio­na­ler Infor­ma­ti­ons­an­ge­bote würde eine wesent­li­che Grund­lage demo­kra­ti­scher Wil­lens­bil­dung ero­die­ren und birgt damit Risi­ken, die weit über wirt­schaft­li­che Zukunfts­per­spek­ti­ven von Medi­en­häu­sern hinausreichen.“

In der Stu­die wird des­halb eine stär­kere gesell­schaft­li­che För­de­rung loka­ler Medien als ein­zi­ger Weg aus die­ser Infor­ma­ti­ons­mi­sere gekenn­zeich­net. Die Vor­schläge rei­chen von einer Bezu­schus­sung zu einer all­ge­mei­nen Ver­bes­se­rung der Rah­men­be­din­gun­gen für Viel­falt durch Aus- und Wei­ter­bil­dung von Jour­na­lis­ten. Mög­lich ist sowohl eine direkte Medi­en­för­de­rung in Form unmit­tel­ba­rer finan­zi­el­ler Zuwen­dun­gen des Staa­tes an Medi­en­un­ter­neh­men als auch Maß­nah­men der indi­rek­ten Medi­en­för­de­rung, z. B. über Steu­er­erleich­te­run­gen oder Medi­en­kom­pe­tenz- und For­schungs­för­de­rung. Für Ben­ja­min-Imma­nuel Hoff, Minis­ter für Kul­tur, Bun­des- und Euro­pa­an­ge­le­gen­hei­ten und Chef der Staats­kanz­lei Thü­rin­gens, darf Pres­se­för­de­rung „nie­mals Selbst­zweck sein, weder als Selbst­dar­stel­lungs­werk­zeug für die För­de­rer die­nen noch zur Erschlei­chung gewo­ge­ner Bericht­erstat­tung oder der­glei­chen. Pres­se­för­de­rung sollte nur als Not­hil­fe­maß­nahme statt­fin­den und muss natür­lich inhalts­neu­tral und dis­kri­mi­nie­rungs­frei aus­ge­stal­tet sein. Die Inhalts­neu­tra­li­tät wäre gege­ben, wenn sich die För­de­rung bei­spiels­weise auf Ver­brei­tungs­kos­ten beschränkt. Dass diese Art der Unter­stüt­zung, ich sage ganz deut­lich auch die Unter­stüt­zung der Zustell­kos­ten, aktu­el­ler denn je ist, zeigt sich auch an dem gleich­ge­la­ger­ten Vor­schlag von Bun­des­mi­nis­ter Heil.“ Die deut­schen Ver­le­ger­ver­bände ver­han­deln seit eini­gen Mona­ten mit dem Arbeits­mi­nis­te­rium über eine direkte Infra­struk­tur­för­de­rung für Logis­tik. Sie hof­fen auf eine drei­stel­lige Mil­lio­nen­summe für die Branche.

Län­der grün­den Arbeits­gruppe „Regio­nale Vielfalt“

Um wei­tere För­der­maß­nah­men für lokale Medien zu prü­fen, haben die Bun­des­län­der eine Arbeits­gruppe „Regio­nale Viel­falt“ gegrün­det. Den Vor­sitz hat Sach­sen über­nom­men. Wie Oli­ver Schenk, Chef der Säch­si­schen Staats­kanz­lei in einem Inter­view mit medienpolitik.net infor­mierte, sehen die Län­der wach­sende Pro­bleme im loka­len und regio­na­len Medi­en­be­reich. Dies betreffe sowohl Print­me­dien als auch die elek­tro­ni­schen Medien, ins­be­son­dere das Fern­se­hen. „Es droht“, so Schenk, „ein Ver­lust an Viel­falt in der öffent­li­chen Debatte und bei der Infor­ma­tion der Bür­ge­rin­nen und Bür­ger über Ereig­nisse und Ent­wick­lun­gen gerade auch in ihrer unmit­tel­ba­ren Nähe.“ Die Arbeits­gruppe will das Thema umfas­send betrach­ten. Des­halb soll auch die Situa­tion der regio­na­len und loka­len Zei­tun­gen in den Fokus genom­men wer­den. Dabei will man auch die Ent­wick­lung in ande­ren euro­päi­schen Län­dern berücksichtigen.

Aller­dings ist die Frage eines För­der­aus­baues im Län­der­kreis kei­nes­falls unum­strit­ten und bedarf, so Schenk, noch sorg­fäl­ti­ger Erör­te­rung. Bei einer Inhal­te­för­de­rung aus öffent­li­chen Mit­teln wäre aus recht­li­chen Grün­den auf deren staats- und poli­tik­ferne Aus­ge­stal­tung zu ach­ten. „Ob“ über­haupt und „wann“ ein sol­cher Staats­ver­trag zustande kommt, lässt sich gegen­wär­tig nicht abschätzen.

Eine Medi­en­viel­falt bei loka­len und regio­na­len Medien muss keine Illu­sion sein und könnte auch in der digi­ta­len Medi­en­welt ein Rück­grat unse­rer demo­kra­ti­schen Gesell­schaft bil­den. Aber diese Gesell­schaft muss sich dafür stär­ker als bis­her mit Ideen, Pro­jek­ten wie dem in NRW, und auch finan­zi­el­ler För­de­rung enga­gie­ren. Allein schaf­fen die loka­len Medien die digi­tale Trans­for­ma­tion nicht. Soziale Netz­werke sind auch im loka­len Bereich kein Ersatz für kom­pe­ten­ten und glaub­wür­di­gen Journalismus.

Die­ser Text ist zuerst erschie­nen in Poli­tik & Kul­tur 09/2019.

Von |2019-11-26T15:44:53+01:00August 28th, 2019|Medien|Kommentare deaktiviert für

Lokale Medi­en­viel­falt – eine Illusion?

Bei loka­len und regio­na­len Infor­ma­tio­nen droht ein Ver­lust an Vielfalt

Helmut Hartung ist Chefredakteur des Blogs medienpolitik.net.