Pro­jekt der Woche: „RE:think“

Das vir­tu­elle Lernlabor

Die Idee für das vir­tu­elle Lern­la­bor „RE:think“ ent­stand in der Corona-Pan­de­mie. Seit­her tau­chen im All­tag von Jugend­li­chen oft­mals Ver­schwö­rungs­er­zäh­lun­gen und Falsch­in­for­ma­tio­nen auf, ebenso wie anti­se­mi­ti­sche Feind­bil­der, Ras­sis­mus und andere Mecha­nis­men zu grup­pen­be­zo­ge­ner Men­schen­feind­lich­keit. Kri­sen wie der Kli­ma­wan­del oder jüngst der Angriffs­krieg gegen die Ukraine lösen bei vie­len jun­gen Men­schen Angst und Ohn­macht aus. Shoah-Rela­ti­vie­rung und Geschichts­re­vi­sio­nis­mus kur­sie­ren im Netz und auf Platt­for­men, auf denen sich Jugend­li­che auf­hal­ten (z. B. Tik­Tok, Tele­gram etc.). Das bedeu­tet, dass sich viele Jugend­li­che in Deutsch­land immer stär­ker radi­ka­li­sie­ren. Oft sind Lehr­kräfte und Men­schen in der Jugend­ar­beit über­for­dert, die­sen über­la­gern­den Phä­no­me­nen entgegenzutreten.

In den Corona-Jah­ren hat digi­ta­les Ler­nen im schu­li­schen und päd­ago­gi­schen Bereich stark zuge­nom­men. Die Bil­dungs­stätte Anne Frank erhält zudem immer mehr bun­des­weite Work­shop-Anfra­gen für Schü­le­rin­nen und Schü­ler. So erscheint es logisch, die Mög­lich­kei­ten der vir­tu­el­len Inter­ak­tion intel­li­gent ein­zu­set­zen und die wich­ti­gen Inhalte und Lern­ziele des Lern­la­bors in eine App als Mini-Game zu über­füh­ren. Die App baut auf den Inhal­ten, Sta­tio­nen und Ideen des bereits phy­sisch bestehen­den Lern­la­bors „Anne Frank. Mor­gen mehr“ auf, das die Bil­dungs­stätte seit rund sechs Jah­ren in Frank­furt betreibt. Das Mini-Game ent­wi­ckelt diese wei­ter und rei­chert sie mit neuen Ele­men­ten und Metho­den an.

Die App soll einen nie­der­schwel­li­gen Zugang zu wich­ti­gen gesell­schafts­po­li­ti­schen The­men bie­ten und zei­gen, dass die Beschäf­ti­gung mit schein­bar schwie­ri­gen gesell­schafts­po­li­ti­schen The­men auch Spaß machen kann. Wäh­rend des Spie­lens sol­len die Use­rin­nen und User ihre eigene Vor­ein­ge­nom­men­heit erken­nen, den Wech­sel von Per­spek­ti­ven trai­nie­ren und demo­kra­ti­sche Grund­prin­zi­pien erler­nen. Erreicht wird dies unter ande­rem durch soge­nannte Aha-Momente, in denen Uner­war­te­tes erlebt und kogni­tive Ver­än­de­rungs­pro­zesse ange­sto­ßen werden.

Metho­di­scher Anspruch

Mit dem vir­tu­el­len Lern­la­bor sol­len erfolg­rei­che Assets der bis­he­ri­gen Bil­dungs­ar­beit zusam­men­ge­führt und gleich­zei­tig etwas völ­lig Neues geschaf­fen wer­den, um Jugend­li­che und junge Erwach­sene zu beglei­ten. Dar­aus erge­ben sich fol­gende Schwerpunkte:

  • Co-Crea­tion: Der Ent­wick­lungs­pro­zess des vir­tu­el­len Lern­la­bors soll co-krea­tiv mit Jugend­li­chen ablau­fen. In ver­schie­de­nen Kon­zep­ti­ons­etap­pen wer­den bestehende Koope­ra­ti­ons­schu­len der Bil­dungs­stätte in Work­shop­for­ma­ten eingebunden.
  • „Schul­taug­lich“: Par­al­lel zur Arbeit mit Jugend­li­chen ent­wi­ckelt die Bil­dungs­stätte zusam­men mit Lehr­kräf­ten eine Bedarfs­ana­lyse, um Ein­satz­mög­lich­kei­ten der Lern­la­bor-App im Schul­un­ter­richt abzu­stim­men. Das bestehende Netz­werk „Schu­len ohne Ras­sis­mus. Schu­len mit Cou­rage“, des­sen Koor­di­na­tion für Hes­sen bei der Bil­dungs­stätte liegt, wird hier mit einbezogen.
  • Bio­gra­fien und Schick­sale: Jugend­li­che begeg­nen der his­to­ri­schen Per­son Anne Frank und ihrer Geschichte an inter­ak­ti­ven, teils ani­mier­ten Lern­sta­tio­nen. Außer­dem wer­den bis­lang kaum the­ma­ti­sierte Schick­sale von ver­folg­ten Per­so­nen/-grup­pen, wie etwa LGBTIQ* oder Romnja/Sintezze, ein­ge­bun­den. Die lau­fen­den Erfah­run­gen heu­ti­ger Akti­vis­tin­nen und Akti­vis­ten wer­den eben­falls dar­ge­stellt, um die Jugend­li­chen zu moti­vie­ren, Hal­tung für die offene und demo­kra­ti­sche Gesell­schaft zu zeigen.
  • Expe­ri­men­tel­ler Lern­an­satz: Im Vor­der­grund steht ein expe­ri­men­tel­ler Lern­an­satz, der zur Selbst­re­fle­xion ein­lädt und Jugend­li­che empowert, zukünf­tig selbst­be­wusst ihre Posi­tio­nen in Dis­kus­sio­nen einzubringen.

RE:think ist eine Zusam­men­ar­beit mit Play­ing History, mit denen bereits das erfolg­rei­ches Serious Game „Hid­den Codes“ umge­setzt wurde. RE:think wird geför­dert von der Deut­sche Bank Stif­tung.

Wei­tere Infor­ma­tio­nen zum Pro­jekt fin­den Sie hier.

Von |2025-09-12T16:06:54+02:00September 10th, 2025|Projekt|Kommentare deaktiviert für

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