Initia­tive kul­tu­relle Inte­gra­tion dis­ku­tiert zur Zukunft des bür­ger­schaft­li­chen Enga­ge­ments

Bür­ger­schaft­li­ches Enga­ge­ment: Viel­falt gestal­ten!

Ber­lin, den 16.09.2020. Pas­send zum Inter­na­tio­na­len Tag der Demo­kra­tie ver­an­stal­tete die Initia­tive kul­tu­relle Inte­gra­tion ges­tern ihre dritte Jah­res­ta­gung. Vor dem Hin­ter­grund der These 10 „Bür­ger­schaft­li­ches Enga­ge­ment ist gelebte Demo­kra­tie“ der 15 The­sen der Initia­tive dis­ku­tier­ten pro­mi­nente Ver­tre­te­rin­nen und Ver­tre­ter der Zivil­ge­sell­schaft sowie von Bund, Län­dern und Kom­mu­nen über die Bedeu­tung des bür­ger­schaft­li­chen Enga­ge­ments in Gegen­wart und Zukunft. Corona-bedingt fand der erste Teil der Tagung in der Katho­li­schen Aka­de­mie Ber­lin vor redu­zier­tem Publi­kum statt. Per Live­stream konn­ten über 150 Zuschaue­rin­nen und Zuschauer den Gruß­wor­ten und Impuls­vor­trä­gen sowie der anschlie­ßen­den Dis­kus­si­ons­runde fol­gen.

Nach der Begrü­ßung durch Joa­chim Hake, Direk­tor der Katho­li­schen Aka­de­mie Ber­lin, hob die Inte­gra­ti­ons­be­auf­tragte Staats­mi­nis­te­rin Annette Wid­mann-Mauz in ihrem Gruß­wort her­vor, dass Migran­tin­nen und Migran­ten nicht nur Emp­fän­ger von bür­ger­schaft­li­chem Enga­ge­ment sind, son­dern sich in einem hohen Maße selbst aktiv enga­gie­ren. Damit spiele das bür­ger­schaft­li­che Enga­ge­ment bei der indi­vi­du­el­len Teil­habe und kul­tu­rel­len Inte­gra­tion von allen in Deutsch­land leben Men­schen eine zen­trale Rolle.

Die­ser Tat­sa­che trägt auch das Grund­satz­pa­pier „Für Zusam­men­halt in Viel­falt: Die Zukunft des Bür­ger­schaft­li­chen Enga­ge­ments gestal­ten“ der Initia­tive kul­tu­relle Inte­gra­tion Rech­nung, wel­ches von Olaf Zim­mer­mann, Spre­cher der Initia­tive und Geschäfts­füh­rer des Deut­schen Kul­tur­ra­tes, im Rah­men des Jah­res­ta­gung erst­mals vor­ge­stellt wurde. Er sagte: „28 Orga­ni­sa­tio­nen und Insti­tu­tio­nen der Zivil­ge­sell­schaft, der Sozi­al­part­ner, der Kir­chen und Reli­gi­ons­ge­mein­schaf­ten, der Medien, des Bun­des, der Län­der und Kom­mu­nen haben sich auf die­ses Papier gemein­sam ver­stän­digt, um damit ins­be­son­dere ihre Wert­schät­zung und Unter­stüt­zung für das enorme Enga­ge­ment der Bür­ge­rin­nen und Bür­ger in Deutsch­land zum Aus­druck zu brin­gen.“

Anschlie­ßend folg­ten vier ver­tie­fende Impulse zur wis­sen­schaft­lich-ein­ord­nen­den, zur euro­päi­schen, zur Lan­des- und kom­mu­na­len Per­spek­tive auf das bür­ger­schaft­li­che Enga­ge­ment. In sei­nen neun The­sen, die Dr. Rupert Graf Strach­witz, Vor­sit­zen­der des Vor­stan­des der Mae­ce­nata Stif­tung, vor­stellte, for­derte er, die Stimme der Zivil­ge­sell­schaft im öffent­li­chen Raum stär­ker zu Gehör zu brin­gen. Bür­ger­schaft­li­ches Enga­ge­ment sei ein Geschenk an die Gesell­schaft: „Jede Gesell­schaft braucht die­ses Geschenk – bekommt sie es nicht, ver­elen­det sie.“

In sei­nem Impuls zur euro­päi­schen Per­spek­tive auf das bür­ger­schaft­li­che Enga­ge­ment betonte Chris­tian Moos, Gene­ral­se­kre­tär der Europa-Union Deutsch­land e.V. und Mit­glied des Euro­päi­schen Wirt­schafts- und Sozi­al­aus­schus­ses, dass bür­ger­schaft­li­ches Enga­ge­ment in Europa im Jahre 2020 nur ein poli­ti­sches sein könne. Mit Blick auf die anti­de­mo­kra­ti­schen Strö­mun­gen, auch in eini­gen Län­dern der Euro­päi­schen Union sowie dem zuneh­men­den Enga­ge­ment popu­lis­ti­scher Bewe­gun­gen, resü­mierte er: „Die wehr­hafte Demo­kra­tie grün­det eben nicht nur auf sta­bi­len Insti­tu­tio­nen, son­dern auch auf eine, diese zur Not mit Zäh­nen und Klauen ver­tei­di­gende Zivil­ge­sell­schaft.“

Tobias Dünow, Staats­se­kre­tär für Wis­sen­schaft, For­schung und Kul­tur des Lan­des Bran­den­burg, sprach in Ver­tre­tung von Minis­te­rin Dr. Schüle. Er trug die diver­sen Akti­vi­tä­ten und Ansätze der unter­schied­li­chen Län­der zur Unter­stüt­zung des viel­fäl­ti­gen Enga­ge­ments vor. Ein beson­de­res Anlie­gen war ihm dabei her­aus­zu­stel­len, dass man bür­ger­schaft­li­ches Enga­ge­ment nicht bedeu­tungs­über­frach­ten solle, denn, so Dünow: „In ers­ter Linie macht bür­ger­schaft­li­ches Enga­ge­ment auch Spaß“.

Klaus Heb­born, Bei­geord­ne­ter für Bil­dung, Kul­tur, Sport und Gleich­stel­lung des Deut­schen Städ­te­ta­ges, unter­strich, dass bür­ger­schaft­li­ches Enga­ge­ment in ers­ter Linie in den Städ­ten und Gemein­den statt­finde. Es stif­tet dort Lebens­qua­li­tät und Zusam­men­halt. In Bezug auf das soge­nannte dunkle Enga­ge­ment ver­wies Klaus Heb­born auf die Ein­hal­tung der frei­heit­lich recht­li­chen Grund­ord­nung, die ggf. durch bes­sere straf­recht­li­che Maß­nah­men geschützt sein müsse. Er ver­traue auf die Kraft der Bür­ge­rin­nen und Bür­ger, die sich sol­cher Ten­den­zen wehr­haft ent­ge­gen­stellt.

Im Anschluss an den phy­si­schen Teil der Tagung fan­den vier sehr gut besuchte Online-Work­shops mit Exper­tin­nen und Exper­ten aus den jewei­li­gen Enga­ge­ment­struk­tu­ren statt, in denen Fra­ge­stel­lun­gen aus dem Grund­satz­pa­pier ver­tie­fend dis­ku­tiert wur­den: Wo liegt die Zukunft des Enga­ge­ments? Was kann das bür­ger­schaft­li­che Enga­ge­ment in Zei­ten der Corona-Krise leis­ten? Wie ändert sich das bür­ger­schaft­li­che Enga­ge­ment durch Zuwan­de­rung? Und wel­che Her­aus­for­de­run­gen und Poten­tiale ste­cken in der Digi­ta­li­sie­rung für das bür­ger­schaft­li­che Enga­ge­ment?



Von |2020-10-08T16:29:34+02:00September 16th, 2020|Meldung|Kommentare deaktiviert für

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