Inte­gra­tion, Demo­kra­tie und Medien: Zweite Jah­res­ta­gung der Initia­tive kul­tu­relle Inte­gra­tion

Das Thema "Wie demo­kra­tie­wirk­sam sind unsere Medien?" bestimmte die dies­jäh­rige Tagung

Ber­lin, den 04.09.2019.  Zwei Tage nach den Wah­len in Sach­sen und Bran­den­burg lud ges­tern die Initia­tive kul­tu­relle Inte­gra­tion zur zwei­ten Jah­res­ta­gung in die W. Michael Blu­men­thal Aka­de­mie des Jüdi­schen Muse­ums in Ber­lin ein. Über 150 Teil­neh­me­rin­nen und Teil­neh­mer waren der Ein­la­dung gefolgt, um unter dem Motto „Zusam­men­halt in Viel­falt“ zur Rolle der Medien zu dis­ku­tie­ren: „Wie demo­kra­tie­wirk­sam sind unsere Medien?“, „Was brau­chen ins­be­son­dere Migran­tin­nen und Migran­ten, um sich am demo­kra­ti­schen Dis­kurs betei­li­gen zu kön­nen?“ – Fra­gen, die in zwei ver­schie­de­nen Podien mit Ver­tre­te­rin­nen und Ver­tre­tern von Sen­de­un­ter­neh­men und Migran­ten­or­ga­ni­sa­tio­nen unter Ein­be­zie­hung des Publi­kums ein­ge­hend dis­ku­tiert wur­den.

Zuvor hatte der Mode­ra­tor der Initia­tive kul­tu­relle Inte­gra­tion und Geschäfts­füh­rer des Deut­schen Kul­tur­ra­tes, Olaf Zim­mer­mann, begrüßt. Er sagte: „Sorg­fäl­tig­keit und Aus­ge­wo­gen­heit kenn­zeich­nen einen Recher­che-Jour­na­lis­mus, den wir Bür­ger von unse­ren unab­hän­gi­gen Medien zurecht erwar­ten. Nur so kön­nen wir uns infor­miert an demo­kra­ti­schen Pro­zes­sen betei­li­gen und unse­ren Bür­ger­pflich­ten nach­kom­men. Eine von ste­ter Aktua­li­tät, Schlag­zeile und Quote getrie­bene Bericht­erstat­tung büßt nicht nur Ver­trauen auf ihren Wahr­heits­ge­halt ein, son­dern schafft, wie es Heri­bert Prantl rich­tig erkannt hat, in ihrer Über­auf­merk­sam­keit auch Über­be­deu­tung. Des­halb habe ich im Juni ver­gan­ge­nen Jah­res ein Jahr Talk­pause im Ers­ten und im ZDF gefor­dert, ein Inne­hal­ten und Über­den­ken von Kon­zep­ten, die nicht jedem Res­sen­ti­ment eine mediale Bühne bauen soll­ten.“

Als Schirm­her­rin der Initia­tive kul­tu­relle Inte­gra­tion hob Kul­tur­staats­mi­nis­te­rin Prof. Monika Grüt­ters her­vor: „Medien kön­nen Ver­ständ­nis für fremde Per­spek­ti­ven und für andere Ansich­ten schaf­fen. Sie kön­nen maß­geb­lich dazu bei­tra­gen, das, was uns fremd ist, ein­zu­ord­nen und zu bewer­ten. So sind die Medien dafür mit­ver­ant­wort­lich, ob wir kul­tu­relle Viel­falt als beängs­ti­gend oder als berei­chernd wahr­neh­men.“

Auch die Prä­si­den­tin des Deut­schen Kul­tur­ra­tes, Prof. Dr. Susanne Keu­chel, rich­tete als Mit­glied der Initia­tive kul­tu­relle Inte­gra­tion das Wort an die Teil­neh­me­rin­nen und Teil­neh­mer und sagte: „Es ist wich­tig, dass offen über sper­rige kom­plexe The­men gere­det wird in For­ma­ten, die von brei­ten Tei­len des Volks auch ver­stan­den wer­den. Hier neh­men auch wir als zivil­ge­sell­schaft­li­che Ver­bände eine wich­tige Schlüs­sel­rolle ein.“

In sei­nem Eröff­nungs­vor­trag ana­ly­sierte der Tübin­ger Medi­en­wis­sen­schaft­ler, Prof. Dr. Bern­hard Pörk­sen, den „kom­mu­ni­ka­ti­ven Kli­ma­wan­del“ und kon­sta­tierte, dass unter den aktu­el­len Medi­en­be­din­gun­gen der Ein­fluss des eta­blier­ten Jour­na­lis­mus‘ schwinde. Er sagte: „Der kluge Umgang mit Infor­ma­tio­nen gehört zur All­ge­mein­bil­dung und sollte in der Schule gelehrt wer­den. Medi­en­mün­dig­keit ist zur Exis­tenz­frage gewor­den.“


Initia­tive kul­tu­relle Inte­gra­tion
Die Initia­tive wurde im Herbst 2016 ins Leben geru­fen, sie ist über­par­tei­lich und zielt dar­auf ab zu ver­deut­li­chen, dass kul­tu­relle Inte­gra­tion und das Zusam­men­le­ben in einem plu­ra­len Deutsch­land gelin­gen.


Initia­to­ren der Initia­tive kul­tu­relle Inte­gra­tion
Bun­des­mi­nis­te­rium des Innern, für Bau und Hei­mat; Bun­des­mi­nis­te­rium für Arbeit und Sozia­les; Die Beauf­tragte der Bun­des­re­gie­rung für Kul­tur und Medien; Die Beauf­tragte der Bun­des­re­gie­rung für Migra­tion, Flücht­linge und Inte­gra­tion; Deut­scher Kul­tur­rat


Mit­glie­der der Initia­tive kul­tu­relle Inte­gra­tion
ARD, Bun­des­ar­beits­ge­mein­schaft der Freien Wohl­fahrts­pflege, Bun­des­ar­beits­ge­mein­schaft der Immi­gran­ten­ver­bände, Bun­des­mi­nis­te­rium des Innern, für Bau und Hei­mat, Bun­des­mi­nis­te­rium für Arbeit und Sozia­les, Bun­des­ver­band Deut­scher Zei­tungs­ver­le­ger, Bun­des­ver­ei­ni­gung der Deut­schen Arbeit­ge­ber­ver­bände, Deut­sche Bischofs­kon­fe­renz, Deut­scher Beam­ten­bund und Tarif­union, Deut­scher Gewerk­schafts­bund, Deut­scher Jour­na­lis­ten-Ver­band, Deut­scher Kul­tur­rat, Deut­scher Land­kreis­tag, Deut­scher Natur­schutz­ring, Deut­scher Olym­pi­scher Sport­bund, Deut­scher Städte- und Gemein­de­bund, Deut­scher Städ­te­tag, Die Beauf­tragte der Bun­des­re­gie­rung für Kul­tur und Medien, Die Beauf­tragte der Bun­des­re­gie­rung für Migra­tion, Flücht­linge und Inte­gra­tion, Evan­ge­li­sche Kir­che in Deutsch­land, Forum der Migran­tin­nen und Migran­ten im Pari­tä­ti­schen, Koor­di­na­ti­ons­rat der Mus­lime, Neue Deut­sche Orga­ni­sa­tio­nen, VAUNET – Ver­band Pri­va­ter Medien, Ver­band Deut­scher Zeit­schrif­ten­ver­le­ger, ZDF, Zen­tral­rat der Juden in Deutsch­land


Von |2019-10-22T11:43:14+01:00September 4th, 2019|Meldung|Kommentare deaktiviert für

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Die überparteiliche Initiative kulturelle Integration ist ein breites Bündnis aus 28 Organisationen der Zivilgesellschaft, Kirchen und Religionsgemeinschaften, Medien, Sozialpartner, Länder und kommunalen Spitzenverbände.