Pro­jekt der Woche: „Neue Auftraggeber“

Das Modell „Neue Auf­trag­ge­ber“ ver­eint auf neu­ar­tige Weise bür­ger­schaft­li­ches Enga­ge­ment mit den Mög­lich­kei­ten der zeit­ge­nös­si­schen Künste. Pro­fes­sio­nelle Kul­tur­me­dia­to­rin­nen und -media­to­ren bie­ten bür­ger­schaft­li­chen Grup­pen die Mög­lich­keit, als „Neue Auf­trag­ge­ber“ künst­le­ri­scher Pro­jekte initia­tiv zu wer­den. Diese Kunst­pro­jekte im Bür­ger­auf­trag leis­ten einen grund­le­gen­den Bei­trag zur Stär­kung kul­tu­rel­ler Teil­habe ins­be­son­dere an Orten und in sozia­len Umwel­ten, wo diese Teil­habe nicht selbst­ver­ständ­lich ist. Die Bür­ge­rin­nen und Bür­ger neh­men star­ken Ein­fluss auf die Pro­jekte: Als Auf­trag­ge­be­rin­nen und Auf­trag­ge­ber star­ten sie selbst eine Pro­jekt­in­itia­tive, stel­len die ent­schei­den­den Wei­chen im Pro­zess­ver­lauf und über­neh­men Ver­ant­wor­tung für Anlie­gen der Gemein­schaft. So erfah­ren lokale Gemein­schaf­ten vom kleins­ten Dorf bis zum städ­ti­schen Groß­quar­tier ihre kon­krete Hand­lungs­fä­hig­keit. Sie erle­ben, wie Zukunft unab­hän­gig von Her­kunft und Vor­er­fah­run­gen krea­tiv gestal­tet wer­den kann, und wer­den dabei oft­mals von Ver­wal­tun­gen und Insti­tu­tio­nen unterstützt.

Die Auf­trags­pro­jekte wid­men sich meist The­men, die für Bür­ge­rin­nen und Bür­ger wich­tig und dring­lich, oft aber schwer zu grei­fen sind. So ist etwa der Wunsch nach mehr Zusam­men­halt in loka­len Gemein­schaf­ten ein wie­der­keh­ren­des Anlie­gen, das gestal­te­ri­scher Visio­nen bedarf. Die Pro­jekte der „Neuen Auf­trag­ge­ber“ bie­ten Kul­tur­schaf­fen­den aller Spar­ten, Kul­tur­ein­rich­tun­gen, öffent­li­chen Insti­tu­tio­nen und Ver­wal­tun­gen eine Mög­lich­keit, die eige­nen Kom­pe­ten­zen und Res­sour­cen mit die­sen bür­ger­schaft­li­chen Anlie­gen zu ver­knüp­fen und öffent­li­che Rele­vanz und Akzep­tanz gemein­sam zu ent­fal­ten. Damit stärkt Kunst im Bür­ger­auf­trag ein hohes Gut: das Erle­ben demo­kra­ti­scher Koope­ra­tion zwi­schen bür­ger­schaft­li­chem, staat­li­chem und krea­tiv-inno­va­ti­vem Handeln.

Die „Neuen Auf­trag­ge­ber“ wur­den 1990 in Frank­reich als „Les Nou­veaux Com­man­ditaires“ gegrün­det. Heute haben sie sich als ein inter­na­tio­na­les Netz­werk unab­hän­gi­ger Initia­ti­ven und loka­ler Grup­pen eta­bliert und schauen auf 500 rea­li­sierte Pro­jekte zurück, hin­ter denen die Auf­trags­an­lie­gen tau­sen­der von Bür­ge­rin­nen und Bür­ger stehen.

In Deutsch­land wird die „Gesell­schaft der Neuen Auf­trag­ge­ber“ seit 2017 von der Kul­tur­stif­tung des Bun­des mit einer fünf­jäh­ri­gen Anschub­fi­nan­zie­rung unter­stützt, um Bür­ger­grup­pen in klei­nen Kom­mu­nen, länd­li­chen Räu­men und gro­ßen Städ­ten zur Seite zu ste­hen bei dem muti­gen Expe­ri­ment, der Kunst aufs Neue zuzu­trauen, Ant­wor­ten auf wich­tige Lebens­fra­gen der Zeit zu geben. Der Poli­tik­land­schaft in Deutsch­land bie­tet die Kunst im Bür­ger­auf­trag ein star­kes Modell für die nach­hal­tige Ver­schrän­kung von Kul­tur- und demo­kra­ti­scher Teilhabepolitik.

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Von |2021-12-08T11:37:24+01:00Dezember 1st, 2021|Projekt|Kommentare deaktiviert für Pro­jekt der Woche: „Neue Auftraggeber“