Vor­trag von Prof. Dr. Wolf­gang Kaschuba: Migra­tion – Inte­gra­tion – Gesell­schaft. Die Agenda der Moderne?

Vor­trag im Rah­men der Ring­vor­le­sung „Migra­tion der Kul­tur – Kul­tur der Migra­tion“

Die vom Selma Stern Zen­trum für Jüdi­sche Stu­dien Ber­lin-Bran­den­burg (ZJS), dem Ber­li­ner Insti­tut für empi­ri­sche Inte­gra­ti­ons- und Migra­ti­ons­for­schung (BIM) und dem Zen­trum für Anti­se­mi­tis­mus­for­schung (ZfA) im Win­ter­se­mes­ter 2018/19 durch­ge­führte Ring­vor­le­sung wird den Fokus auf kul­tu­relle Trans­fers im Zuge von Migra­ti­ons­be­we­gun­gen und auf den Wan­del von Kultur(en) durch Migra­tion legen. Dabei sol­len unter­schied­li­che dis­zi­pli­näre und metho­di­sche Zugänge zu die­sem Thema beleuch­tet wer­den und his­to­ri­sche wie theo­re­ti­sche und aktu­elle empi­ri­sche For­schun­gen, die die Geschich­ten von Migra­ti­ons­be­we­gun­gen, -orten und -sub­jek­ten nach­zeich­nen, vor­ge­stellt wer­den. Migra­tion aus mus­li­misch gepräg­ten Län­dern nach Europa wird dabei ebenso eine Rolle spie­len, wie die Migra­tion der euro­pä­isch-jüdi­schen Kul­tur welt­weit. Ziel des Ver­glei­ches ist es, auf Ver­flech­tun­gen und Ana­lo­gien auf­merk­sam zu machen und Dif­fe­ren­zen her­aus­zu­ar­bei­ten. Dabei sol­len drei Aspekte akzen­tu­iert wer­den: ers­tens die lange euro­päi­sche Vor­ge­schichte von Migra­tion, zwei­tens die jahr­hun­der­te­alte jüdi­sche Erfah­rung von Dia­spora und Migra­tion und drit­tens die Rele­vanz, die der Umgang und die Über­trag­bar­keit der aktu­el­len Situa­tion sowohl für die jüdi­schen Stu­dien als Fach als auch für den Umgang Deutsch­lands mit der Migra­tion aus dem isla­mi­schen Raum haben kön­nen. Dar­über hin­aus bie­tet die Begeg­nung von Empi­rie und Theorie/Geschichte eine berei­chernde Dimen­sion, die von den ein­zel­nen Wis­sen­schafts­ge­bie­ten oft zu wenig abge­ru­fen wird.

Die ins­ge­samt 14 Vor­träge fokus­sie­ren meh­rere Schwer­punkte in ver­glei­chen­der Per­spek­tive: So wird unter­schied­li­chen Migra­ti­ons­er­fah­run­gen nach Ber­lin nach­ge­gan­gen und die soge­nannte ‚Will­kom­mens­kul­tur‘ mit der phi­lo­so­phi­schen Tra­di­tion der Gast­freund­schaft kon­fron­tiert. Die Frage der Hybri­di­sie­rung von Gesell­schaf­ten wird ebenso behan­delt, wie Debat­ten um Nor­men und Werte sowie unter­schied­li­cher Geschlech­ter­ord­nun­gen: Wie ver­än­dern sich Kul­tur­be­züge, Sub­jek­ti­vi­tä­ten, Spra­che, Klei­der­ord­nun­gen? Auch soll ein ver­glei­chen­der Blick in außer­eu­ro­päi­sche Län­der gewor­fen wer­den. Ins­ge­samt wer­den die Vor­träge die Ver­än­de­run­gen the­ma­ti­sie­ren, die Migra­tion bewirkt: Wie ver­än­dern sich die Men­schen, die ihre Hei­mat ver­las­sen haben und wie ver­än­dern sich die neuen Hei­ma­ten, die Sehn­suchts- und Zufluchts­orte der Migra­tion? Es geht darum, den zir­ku­lä­ren Cha­rak­ter der Trans­for­ma­tion deut­lich zu machen, der nie­mals uni­la­te­ral ist, son­dern als Inter­ak­tion, Hybri­di­sie­rung und Neu­ord­nung von Kul­tur begrif­fen wer­den kann.

Wei­tere Infor­ma­tio­nen sowie das gesamte Pro­gramm der Ring­vor­le­sung fin­den Sie hier.

Von |2019-10-29T08:59:45+01:00September 26th, 2019|Kommentare deaktiviert für Vor­trag von Prof. Dr. Wolf­gang Kaschuba: Migra­tion – Inte­gra­tion – Gesell­schaft. Die Agenda der Moderne?