Podi­ums­dis­kus­sion: „Die gesell­schaft­li­chen Vor­aus­set­zun­gen des Faschis­mus dau­ern fort“ – zur Aktua­li­tät Ador­nos

Die Kul­tur­de­zer­nen­tin der Stadt Frank­furt am Main, Dr. Ina Hart­wig, lädt Sie herz­lich ein, im Rah­men einer öffent­li­chen Podi­ums­dis­kus­sion anläss­lich des 50. Todes­ta­ges Theo­dor W. Ador­nos einen Blick auf die Aktua­li­tät sei­nes Schaf­fens zu wer­fen. Dabei wid­men sich die Dis­ku­tan­ten Prof. Dr. Nicole Dei­tel­hoff, geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des Leib­niz-Insti­tuts Hes­si­sche Stif­tung Frie­dens- und Kon­flikt­for­schung und Pro­fes­so­rin für Inter­na­tio­nale Bezie­hun­gen und Theo­rien glo­ba­ler Ord­nun­gen an der Goe­the-Uni­ver­si­tät Frank­furt, Prof. Dr. Dr. Michel Fried­man, Publi­zist, Phi­lo­soph und geschäfts­füh­ren­der Direk­tor des Cen­ter for App­lied European Stu­dies (CAES), Frank­furt am Main, Dr. Ina Hart­wig, Dezer­nen­tin für Kul­tur und Wis­sen­schaft Stadt Frank­furt am Main und Prof. Dr. Axel Hon­neth, Sozi­al­phi­lo­soph, Pro­fes­sor für Huma­nities an der Colum­bia Uni­ver­sity in New York und ehe­ma­li­ger Direk­tor des Insti­tuts für Sozi­al­for­schung, Frank­furt am Main ins­be­son­dere dem aktu­el­len Phä­no­men der „Neuen Rech­ten“ vor dem Hin­ter­grund von Ador­nos Gesell­schafts­kri­tik. Das Gespräch wird von Dr. Tho­mas Sparr, Edi­tor at Large, Suhr­kamp Ver­lag, mode­riert.

Theo­dor W. Adorno, der wie seine Kol­le­gen am Frank­fur­ter Insti­tut für Sozi­al­for­schung 1933/34 zur Emi­gra­tion gezwun­gen war, setzte sich als Sozio­loge inten­siv mit der natio­nal­so­zia­lis­ti­schen Dik­ta­tur aus­ein­an­der. Nach sei­ner Remi­gra­tion in die Bun­des­re­pu­blik und die Rück­kehr nach Frank­furt im Jahr 1953 stand er der west­deut­schen Nach­kriegs­ge­sell­schaft mit kri­ti­scher Distanz gegen­über und beob­ach­tete mit Schre­cken das erfolg­rei­che Wir­ken ehe­ma­li­ger „Par­tei­ge­nos­sen“ im öffent­li­chen Leben.

1967 hielt Adorno auf Ein­la­dung des Ver­bands Sozia­lis­ti­scher Stu­den­ten Öster­reichs einen Vor­trag unter dem Titel „Aspekte des neuen Rechts­ra­di­ka­lis­mus“. Die Aus­füh­run­gen bezo­gen sich vor allem auf die damals aktu­el­len Wahl­er­folge der neo­fa­schis­ti­schen NPD in Deutsch­land. „Die gesell­schaft­li­chen Vor­aus­set­zun­gen des Faschis­mus dau­ern fort“, mahnte der Wis­sen­schaft­ler. Doch er bezog sich nicht nur auf die bestän­di­gen Lauf­bah­nen von NS-Kadern in der Bun­des­re­pu­blik. Ador­nos Ana­lyse liest sich viel mehr auch aus heu­ti­ger Sicht als tref­fende sozio­lo­gi­sche Ana­lyse von Rechts­ex­tre­mis­mus und -popu­lis­mus in einer plu­ra­lis­ti­schen Demo­kra­tie. Doch wird unsere heu­tige Demo­kra­tie ihren eige­nen Ansprü­chen gerecht? Hat Adorno hier ein gesell­schaft­li­ches Pro­blem auf­ge­zeigt, das sich bis heute nicht wesent­lich ver­än­dert hat? Wie neu ist das Phä­no­men der „Neuen Rech­ten“ betrach­tet durch die Brille der Frank­fur­ter Schule?

Der Ein­tritt zur Ver­an­stal­tung ist frei, eine Anmel­dung ist nicht erfor­der­lich.

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Von |2019-08-15T10:10:17+02:00Juli 25th, 2019|Kommentare deaktiviert für Podi­ums­dis­kus­sion: „Die gesell­schaft­li­chen Vor­aus­set­zun­gen des Faschis­mus dau­ern fort“ – zur Aktua­li­tät Ador­nos