Podi­ums­dis­kus­sion der Bun­des­zen­trale für poli­ti­sche Bil­dung: „Moscheen als Orte der Prä­ven­tion?“

Moschee­ge­mein­den mit ihrer seit Jah­ren stei­gen­den Zahl, ihrer Ver­or­tung im kom­mu­na­len Bereich und ihren viel­fäl­ti­gen Ange­bo­ten ver­fü­gen sie über wich­tige Zugänge zu Jugend­li­chen und ihren Fami­lien. Mit ihren Pro­jek­ten und Pro­gram­men errei­chen Moscheen in Deutsch­land mehr als 150.000 Men­schen pro Woche. Inzwi­schen erkennt man sie auch als einen wich­ti­gen Part­ner im Kampf gegen reli­giös begrün­de­ten Extre­mis­mus an.

Tat­säch­lich haben sich in jün­ge­rer Zeit mus­li­mi­sche Ver­bände und auch ein­zelne Ver­eine auf die Fah­nen geschrie­ben, Prä­ven­ti­ons­ar­beit gegen Radi­ka­li­sie­rung und Dis­kri­mi­nie­rung zu betrei­ben. In die­sem noch neuen Arbeits­feld sam­meln die Akteure erste Erfah­run­gen. Dabei ste­hen die Moschee­ge­mein­den und mus­li­mi­schen Ver­bände in einem gro­ßen Span­nungs­feld. Auf der einen Seite wird gefor­dert, sie soll­ten akti­ver in der Prä­ven­ti­ons­ar­beit sein. Auf der ande­ren Seite ste­hen sie schnell selbst im Ver­dacht isla­mis­ti­sche, poli­ti­sche Ziele zu ver­fol­gen. Das Miss­trauen gegen­über Moschee­ge­mein­den ist groß. Und in der Tat erre­gen ein­zelne Ver­bände mit ihren – ver­mu­te­ten oder tat­säch­li­chen – Ver­bin­dun­gen zu isla­mis­ti­schen Krei­sen gro­ßes Auf­se­hen. Auch Aus­lands­fi­nan­zie­run­gen und die Ein­fluss­nahme aus­län­di­scher Staa­ten – wie bei­spiels­weise Saudi-Ara­bi­ens oder der Tür­kei – auf unter­schied­li­che Moschee­ge­mein­den dis­qua­li­fi­zie­ren sie in vie­len Krei­sen als Gesprächs­part­ner.

Dies sorgt dafür, dass der Ein­bin­dung von Moscheen in die Prä­ven­ti­ons­ar­beit oft skep­tisch ent­ge­gen­ge­tre­ten wird. Wel­cher Weg sollte also ein­ge­schla­gen wer­den: Ein­bin­dung oder Aus­gren­zung? Wie kann das gegen­sei­tige Miss­trauen mus­li­mi­scher Ver­bände und (Sicherheits-)Behörden über­wun­den wer­den? Für mus­li­mi­sche Gemein­den gleicht das Enga­ge­ment in der Prä­ven­ti­ons­ar­beit oft einer Stig­ma­ti­sie­rung. Dadurch gäbe man zu, dass es in der Gemeinde Pro­bleme mit Radi­ka­li­sie­rung gibt. Wie kann man dem ent­ge­gen­wir­ken? Und es stellt sich gene­rell die Frage nach dem Zweck und der Wirk­sam­keit von Prä­ven­ti­ons­ar­beit in Moschee­ge­mein­den. Wel­che Rolle kommt ihnen zu? Und auf wel­cher Grund­lage kann oder soll die Prä­ven­ti­ons­ar­beit von Ver­bän­den und Ver­ei­nen erfol­gen?

Diese und wei­tere Fra­gen dis­ku­tie­ren die Gäste des Podi­ums:

  • Samy Char­chira, Uni­ver­si­tät Osna­brück
  • Dr. Lale Akgün, Autorin, Köln
  • Eren Güver­cin, Alham­bra Gesell­schaft, Köln
  • Mode­ra­tion: Marfa Heim­bach

Wei­tere Infor­ma­tio­nen zur Ver­an­stal­tung fin­den Sie hier.

Von |2019-09-11T16:46:25+01:00September 9th, 2019|Kommentare deaktiviert für Podi­ums­dis­kus­sion der Bun­des­zen­trale für poli­ti­sche Bil­dung: „Moscheen als Orte der Prä­ven­tion?“