Online-Buch­vor­stel­lung: „Wel­che Gren­zen brau­chen wir?“ von Gerald Knaus

Wann: Frei­tag, 18.12.2020, 11.00 Uhr bis 12.30 Uhr

Wo: online

Teil­nahme kostenfrei

„Die Grund­lage der mora­li­schen Neu­grün­dung West­eu­ro­pas nach dem Zwei­ten Welt­krieg war die Aus­rich­tung staat­li­cher Poli­tik an der Men­schen­würde jedes Ein­zel­nen“ schreibt Gerald Knaus in sei­nem neu erschie­ne­nen Buch „Wel­che Gren­zen brau­chen wir?“. Um diese Grund­lage zu sichern, seien Lösun­gen nötig, „die Mehr­hei­ten überzeugen“.

Knaus warnt davor, die asyl­recht­li­chen Errun­gen­schaf­ten im Europa der Nach­kriegs­zeit für irrever­si­bel oder gar alter­na­tiv­los zu hal­ten und ist damit über­aus aktu­ell, denn „an den Außen­gren­zen Euro­pas herrscht heute ein Ausnahmezustand.“

In die­sem Buch ver­bin­det der viel­fach als „Archi­tekt des Tür­kei-Deals“ bezeich­nete Migra­ti­ons­ex­perte die Ansätze, die sich in sei­nen zahl­rei­chen Bei­trä­gen als ein­fluss­rei­cher Poli­tik­be­ra­ter zei­gen, zu einem grö­ße­ren Gan­zen: Zu einem Plä­doyer für eine humane und gleich­zei­tig rea­lis­ti­sche Flücht­lings- und Asyl­po­li­tik. Dabei ver­bin­det er zeit­ge­schicht­li­che Streif­lich­ter zur neue­ren Geschichte des Asyls mit kon­kre­ten Ideen, wie sich der Gedanke der Gen­fer Flücht­lings­kon­ven­tion wei­ter­tra­gen und Euro­pas Außen­grenze sichern ließe, ohne den Kon­ti­nent wei­ter und wei­ter in eine Fes­tung zu verwandeln.

Wort­ge­wandt wider­legt er Mythen der oft gereiz­ten und ideo­lo­gisch auf­ge­la­de­nen Migra­ti­ons­de­batte, dekon­stru­iert Schlag­worte und Kli­schees und fokus­siert die eigene Spra­che auf das Humane: „Keine unmensch­li­chen Grenzen“!

Weni­ger bekannt als für den soge­nann­ten „Tür­kei-Deal“ ist Knaus für sei­nen „Gam­bia-Plan“: Die poli­tisch immer wie­der instru­men­ta­li­sierte Vor­stel­lung, in Afrika „säßen Mil­lio­nen jun­ger Men­schen auf gepack­ten Kof­fern, jeden Moment bereit, nach Europa zu kom­men“ ent­larvt Knaus in einem eige­nen Kapi­tel in aller Deut­lich­keit. Bei der Suche nach (s)einer Zukunft des Asyls emp­fiehlt er eine auf Inter­es­sen aus­ge­rich­tete „Migra­ti­ons­di­plo­ma­tie“ in Koope­ra­tion mit den Her­kunfts- und Transitländern.

Ob Gerald Knaus immer die rich­tige Lösung vor­schlägt, dar­über wird viel gestrit­ten. Wir wol­len uns mit ihm unter­hal­ten über Gren­zen, Grund­sätze und ihr gegen­wär­ti­ges Schei­tern – und nicht zuletzt über Ideen und Visio­nen zu der drän­gen­den Frage, wie noch was zu ret­ten ist.

Begrü­ßung: Dr. Anto­nie Katha­rina Nord, Lei­te­rin Abtei­lung Inter­na­tio­nale Zusam­men­ar­beit, Hein­rich-Böll-Stif­tung (hbs)

Das Gespräch mit Gerald Knaus führt Kirs­ten Maas-Albert, Lei­te­rin Refe­rat Afrika, hbs

Infor­ma­tio­nen zur Ver­an­stal­tung:
Maria Kind, Refe­rat Afrika, Heinrich-Böll-Stiftung
E-Mail: kind@boell.de

Hier geht es zur Online-Anmel­dung.

Von |2021-01-15T09:43:18+01:00Dezember 14th, 2020|Kommentare deaktiviert für Online-Buch­vor­stel­lung: „Wel­che Gren­zen brau­chen wir?“ von Gerald Knaus