Lesung und Gespräch: „Ost­deutsch-Plus: Die DDR-Migra­ti­ons­ge­sell­schaft seit dem Fall der Mauer“

Mit Blick auf den his­to­ri­schen Anlass – 30 Jahre Fried­li­che Revo­lu­tion und Mau­er­fall – ist in der Debatte zwi­schen Ost und West häu­fig eine undif­fe­ren­zierte Beschrei­bung der soge­nann­ten „Ost­deut­schen“ auf­fäl­lig. Wer sich als „ost­deutsch“ bezeich­net oder bezeich­net wird, wird wenig dis­ku­tiert. Dass jemand ost­deutsch und migran­tisch zugleich sein kann, scheint in der öffent­li­chen Debatte ein zu ver­nach­läs­si­gen­der Fak­tor.

Migra­tion war im Osten wie im Wes­ten ein fes­ter Bestand­teil der gesell­schaft­li­chen Ent­wick­lung. Die ost­deut­sche Migra­ti­ons­ge­sell­schaft ist vor und nach dem Mau­er­fall durch viel­schich­tige Erfah­run­gen gekenn­zeich­net. Ins­be­son­dere nach der Ein­heit hat­ten die Ein­ge­wan­der­ten mit viel­fa­chen ras­sis­ti­schen Aus­gren­zun­gen und Aus­schrei­tun­gen zu kämp­fen, die durch poli­ti­sche Mobi­li­sie­rung ver­stärkt wur­den. Für ehe­ma­lige Ver­trags­ar­bei­tende bedeu­tete der Mau­er­fall eine Wende in ihrem wei­te­ren Lebens­weg. Die his­to­ri­sche Debatte kann heute nur im Kon­text der gesamt­deut­schen Migra­ti­ons­ge­sell­schaft betrach­tet und ver­stan­den wer­den. Per­spek­ti­ven für Teil­habe und Zuge­hö­rig­keit müs­sen im gesamt­deut­schen Kon­text auf­ge­zeigt und nach­voll­zo­gen wer­den.

Lesung mit:

Ste­fa­nie-Lahya Aukongo – : „Kalun­gas Kind – Wie die DDR mein Leben ret­tete“
Podi­ums­dis­kus­sion mit:

  • Nhi Le – Jour­na­lis­tin, Blog­ge­rin, Leip­zig
  • Atif Moham­med Nor Hus­sein – Regis­seur und Szen­o­graf, Ber­lin
  • Julia Oel­kers – Fil­me­ma­che­rin, Kon­zept und Regie „Eigen­sinn im Bru­der­land“, Ber­lin
  • Ste­fa­nie-Lahya Aukongo – Kura­to­rin, Poe­tin und Autorin, Ber­lin
  • Laura Schra­der – (un)Sichtbar – Netz­werk für Women of Colour Mag­de­burg
  • Mode­ra­tion: Özcan Kara­deniz – Ver­band bina­tio­na­ler Fami­lien und Part­ner­schaf­ten , Leip­zig

Die Ver­an­stal­tung wird simul­tan auf eng­lisch und in Gebär­den­spra­che gedol­metscht.

Die Ver­an­stal­tung fin­det im Rah­men der Fes­ti­val­wo­che „30 Jahre Fried­li­che Revo­lu­tion – Mau­er­fall“ statt.

Ver­an­stal­tungs­ort: Pro­gramm­pa­vil­lon an der East Side Gal­lery, Müh­len­straße 70 – 71, 10243 Ber­lin. Der Ver­an­stal­tungs­ort ist bar­rie­re­frei.

Wann:  10. Novem­ber 2019, 16:30 – 18:30 Uhr

Das kom­plette Pro­gramm der Fes­ti­val­wo­che sowie wei­tere Infor­ma­tio­nen fin­den Sie hier.

Von |2019-11-11T09:28:37+01:00November 4th, 2019|Kommentare deaktiviert für Lesung und Gespräch: „Ost­deutsch-Plus: Die DDR-Migra­ti­ons­ge­sell­schaft seit dem Fall der Mauer“