Kristin Braband 28. November 2019 Logo_Initiative_print.png

Fach­kon­fe­renz „Post­mi­gran­ti­sche Alli­an­zen – Kom­mu­ni­ka­tion für Plu­ra­li­tät und gesell­schaft­li­chen Zusam­men­halt“

4. Fachkonferenz der Reihe „Migration, Kommunikation und Partizipation“

Wann: 05.12. ab 16:30 Uhr bis 06.12.2019 15:00 Uhr
Wo: Vortragssaal der Bibliotheca Albertina, Beethovenstr. 6, 04107 Leipzig

Die Idee der postmigrantischen Allianzen ist, dass unterschiedliche zivilgesellschaftliche Akteure in Folge einer Polarisierung der Gesamtgesellschaft näher zusammenrücken und auf der Basis ihrer Schnittstellen gemeinsam für Pluralität und gegen rechtspopulistische Positionen eintreten. In Deutschland sind in den vergangen Jahren verschiedene solcher sozialen Bewegungen, Initiativen und Organisationen entstanden: u.a. die Initiative „Die Offene Gesellschaft“, #Unteilbar, Der Junge Rat – eine Initiative des Maxim Gorki Theaters, Welcome United – Antirassistische Parade, Die Vielen, United Solidarity, der Verein DeutschPlus, das Netzwerk neue deutsche organisationen, das Projekt migrazine und viele weitere. Sie setzen sich gegen rechts und für einen progessiven gesellschaftlichen Wandel ein.

Das Narrativ der postmigrantischen Allianzen hält sich nicht mehr an der Fiktion einer homogenen Gesellschaft auf, sondern betrachtet Heterogenität, Hybridität und Pluralität als wegweisende Normalität. Die postmigrantische Gesellschaft begreift sich als demokratische Einwanderungs- und Aushandlungsgesellschaft, in der allen, Herkunfts-unabhängig, die gleichen Rechte zukommen. Postmigrantische Allianzen beruhen daher auf zwei Arten von Solidarität: auf der positiven Haltung zur pluralen Demokratie und der Erfahrung, Teil einer pluralen Gesellschaft zu sein.

Das Präfix „post“ in postmigrantisch steht nicht für das Ende der Migration, sondern beschreibt gesellschaftliche Aushandlungsprozesse, die in der Phase nach der Migration erfolgen. Im Einwanderungsland Deutschland, in dem ein Viertel der Bevölkerung Migrationshintergrund hat (23,6% laut Statistischem Bundesamt, Statistisches Jahrbuch 2018), erleben wir diese Aushandlungsprozesse über Zugehörigkeit, kollektive Identitäten, Partizipation und Chancengleichheit. Strukturen, Institutionen und politische Kulturen werden nachholend (also postmigrantisch) an die erkannte Migrationsrealität nach und nach angepasst. Das hat mehr Durchlässigkeit und soziale Aufstiege, aber auch Abwehrreaktionen und Verteilungskämpfe zur Folge. Neue Deutsche, Eingewanderte und ihre Nachkommen nehmen immer häufiger für sich in Anspruch, das kollektive Narrativ mitzuprägen.

2019 schauen wir auf bestehende und mögliche Allianzen für eine offene, demokratische, vielfältige Gesellschaft. Aufbauend auf die Konferenz 2018 geht es in der 4. Konferenz vor allem um die Möglichkeit von Migrantinnen, Menschen mit familiärer Migrationsgeschichte und BIPoCs, selbst und selbstbestimmt als Autorinnen und Gestalterinnen aktiv zu sein – in und durch Allianzen gestärkt, medial und gesellschaftlich wirksam. Wir betrachten postmigrantische Allianzen aus unterschiedlichen Perspektiven, aus Sicht der Wissenschaft, der zivilgesellschaftlichen Organisationen, der Medien und der Politik. Die Rolle von Medien hinsichtlich der öffentlichen Wahrnehmung steht dabei im Mittelpunkt.

Mögliche Fragestellungen:

  • Was sind Voraussetzungen für Allianzen?
  • Wie lassen sich postmigrantische Allianzen als Formen der Solidarität beschreiben?
  • Worin können die Gemeinsamkeiten der Akteurinnen bestehen?
  • Wie kann ihre Haltung in den Medien und Medien-Produktionsstätten öffentlichkeitswirksam vermittelt und gestärkt werden?
  • Welche Strategien sind notwendig, um eine differenzierte Berichterstattung und Sichtbarkeit solcher Allianzen zu gewährleisten?
  • Welche Bedeutung messen Sie Allianzen bei?

Die Veranstaltung startet mit Inputs aus der Wissenschaft und einer Lesung. Am zweiten Tag stellen sich Projekte aus unterschiedlichen Bereichen vor, die sich für eine offene Gesellschaft, für die Teilhabe und Rechte von Minderheiten einsetzen. In verschiedenen Formaten (Vortrag, Gespräch und Fishbowl–Diskussion) konkretisieren die Teilnehmenden ihre Themen, tauschen Erfahrungen aus, können Projektideen weiterentwickeln und Handlungsvorschläge formulieren.

Wir freuen uns auf interessante und fruchtbare Debatten!

Gefördert durch den Freistaat Sachsen im Rahmen des Landesprogramms Integrative Maßnahmen

Das vollständige Programm sowie das Anmeldeformular finden Sie hier.

Copyright: Alle Rechte bei Initiative kulturelle Integration

Adresse: https://www.kulturelle-integration.de/termin/fachkonferenz-postmigrantische-allianzen-kommunikation-fuer-pluralitaet-und-gesellschaftlichen-zusammenhalt/