Theresa Brüheim 27. September 2019 Logo_Initiative_print.png

Kurs­buch Kul­tur­stif­tung (Hg.): Kurs­buch 198. Hei­matt

Heimat ist im Trend – und das nicht erst seit gestern. Die meisten Trends vergehen schneller als sie aufkommen; nur wenige halten sich hartnäckig. Heimat zählt mit Sicherheit zu Letzterem. Und doch machen sich die ersten Ermüdungserscheinungen rund um das Thema breit. So finden die Autorinnen und Autoren des Kursbuches mit der Nummer 198 den Heimatdiskurs allmählich ermattend – daher auch der Titel: Heimatt. Ein intelligentes Wortspiel, das Spaß macht!

Aber die Autorinnen und Autoren wollen dennoch über Heimat nachdenken. Entsprechend besteht der kleinste gemeinsame Nenner der Artikel des Sammelbandes nicht nur im Thema, sondern vor allem in der geteilten Distanz dazu. Die Beiträge zeigen, wie Heimat zugleich Lösung und Problem sein kann und wie sie oftmals auf Leerstellen in unserer Gesellschaft verweist, die auf unterschiedlichste Art und Weise gefüllt werden können.

So weist z. B. der Journalist Robert Misik darauf hin, dass die Leerstelle des Heimatdiskurses durch Migration aktuell besonders hervortritt. Für Armin Nassehi ist das Reden über Heimat eine Ersatzhandlung. Doch das Kursbuch Heimatt bietet mehr als Essays: Neben diesen gibt es auch die Erzählung „Max in Palästina“ von Maxim Biller und eine Kunststrecke des Künstlers Eran Shakine. Alle drei scheinen ermattet von der Suche nach der eigenen Zugehörigkeit.

Das Kursbuch 198: Heimatt ist für alle lesenswert, die das Thema Heimat leicht ermattet und die es dennoch differenziert betrachten wollen. Und natürlich für alle Trendsetter von morgen: Was kommt nach Heimatt? Heim… Vervollständigen Sie bitte!

Theresa Brüheim

Kursbuch Kulturstiftung (Hg.): Kursbuch 198: Heimatt. Hamburg 2019

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